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Demo gegen Abschiebungen 2017 am Flughafen Frankfurt.

Rückführung

Zwei Afghanen aus Hessen abgeschoben

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Hessen hat sich an einem erneuten Sammelflug beteiligt. Ein 23-Jähriger, der im Januar in Kabul zurückgewiesen worden war, wurde erneut abgeschoben.

Hessen hat sich an der Abschiebung von Menschen nach Afghanistan in einem Sammelflug am Montagabend beteiligt und zwei Straftäter ausgeflogen. Das teilte das Innenministerium in Wiesbaden am Dienstag auf FR-Anfrage mit.

Abgeschoben worden sei auch ein 23-jähriger Mann, der schon im Januar nach Kabul ausgeflogen, aber seinerzeit von den afghanischen Behörden zurückgeschickt worden war. Diesmal akzeptierten die afghanischen Behörden offenbar seine Rückführung.

Straftäter betroffen

Der mehrfach vorbestrafte Afghane war nach seiner Rückkehr nach Hessen zurück ins Gefängnis gebracht worden, aus dem heraus er nun erneut abgeschoben wurde. Zu den Delikten, derentwegen er verurteilt wurde, gehören nach Angaben des Ministeriums gefährliche Körperverletzung, besonders schwerer räuberischer Diebstahl und versuchte Nötigung. Bei dem zweiten Abgeschobenen handelt es sich um einen 22-Jährigen, unter anderem wegen Körperverletzung, gewerbsmäßigem Diebstahl und Hehlerei verurteilt, der sich in Abschiebehaft befunden habe.

Insgesamt waren nach Angaben der Bundesregierung 38 Männer an Bord des Sammelflugs nach Kabul. 15 von ihnen seien rechtskräftig wegen Straftaten verurteilt. Sieben Bundesländer hätten sich an den Abschiebungen beteiligt.

Die Diakonie Hessen forderte einen Abschiebestopp wegen der unsicheren Lage in Afghanistan. Das Innenministerium wies hingegen darauf hin, dass die zuständigen Ausländerbehörden „gesetzlich dazu verpflichtet“ seien, ausreisepflichtige Ausländer abzuschieben, wenn sie nicht freiwillig ausreisten und kein Abschiebehindernis vorliege.

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