Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das Rollenlager des Pfeilers hat versagt.
+
Das Rollenlager des Pfeilers hat versagt.

Wiesbaden

Salzbachtalbrücke in Wiesbaden: Hitze ließ Rollenlager kollabieren

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
    schließen

Vier Gutachten zu den Ursachen des Schadens an der Salzbachtalbrücke liegen vor. Der Grund für die Schieflage ist ein kollabiertes Rollenlager.

Wiesbaden - Was kurz nach dem Fast-Einsturz der Salzbachtalbrücke vor drei Monaten vermutet wurde, hat sich nun bestätigt: Ursache für die Havarie war ein kollabiertes Rollenlager, das die Schiefstellung des Pfeilers an der Bundesstraße, das Absacken zweier weiterer Pfeiler und die Verschiebung des Überbaus der Südbrücke zur Folge hatte. Das ist das Ergebnis von vier unabhängigen Gutachtern, die von der Autobahngesellschaft des Bundes und dem an der Brücke in Wiesbaden beschäftigten Bauunternehmen beauftragt worden waren. Sie sollten die Ursache und Wirkungskette des Schadensereignisses herausfinden.

Warum das Rollenlager der Salzbachtalbrücke in Wiesbaden zusammenbrach, ist wohl auch der Hitze jener Junitage zuzuschreiben. Rollenlager haben die Aufgabe, temperaturbedingte Bewegungen zwischen Überbau und Pfeiler sowie Widerlagern auszubalancieren. „Wir vermuten, dass eine dieser Rollen die heftigen Temperatureinwirkungen nicht mehr ausgleichen konnte und daher versagt hat“, teilt die Autobahngesellschaft auf Anfrage mit.

Salzbachtalbrücke in Wiesbaden: Pfeiler werden zum Problem

Problematisch sei aber auch die Flachgründung der Pfeiler und Widerlager der 1963 erbauten Autobahnbrücke. Während heute bis zu 15 oder 20 Meter tiefe Pfeiler im Erdreich Brücken stabilisieren, sollten damals flache Fundamente ausreichen. Da dies nicht mehr den Anforderungen entspreche, seien über Jahre hinweg Korrekturen an der Lagerung beider Brückenteile vorgenommen worden. „Zusammen mit der besonders hohen Beanspruchung der Brücke durch die hohen und konstanten Temperaturen Anfang bis Mitte Juni – zur Sonnenwende mit besonders langer Einwirkintensität – kam es mutmaßlich zu einer Aneinanderreihung negativer Wirkung auf das Südbauwerk“, schreibt die Autobahngesellschaft.

Einvernehmlich hätten die vier Gutachter festgestellt, dass nicht die Vorbereitungen auf den damals geplanten Rückbau der Brücke den Schaden verursachten. Die Südbrücke war im Juni schon lange stillgelegt gewesen; der Verkehr der Autobahn 66 wurde über das Nordbauwerk geleitet. Bauunternehmen waren dabei, Vorkehrungen für den Abriss des Südbaus zu treffen.

Wiesbaden: Salzbachtalbrücke muss gesprengt werden

Dies ist von Bedeutung. Denn die Autobahngesellschaft und die Arbeitsgemeinschaft der beauftragten Bauunternehmen hatten sich erst im April auf ein Abbruchverfahren geeinigt, nachdem sie ein Jahr darüber gestritten hatten. In diesem Herbst hätte der Rückbau beginnen sollen. Nun müssen Süd- und Nordbrücke gesprengt werden. Der Termin ist für Ende Oktober oder Anfang November vorgesehen. Wer die Kosten für den durch die Brückensperrung entstandenen Schaden zu zahlen hat, müsse noch herausgefunden werden. Noch sei unklar, wem überhaupt ein Schaden entstanden sei, erläutert die Autobahngesellschaft. „Im Streit- und Zweifelsfalle werden die juristischen Bewertungen schlussendlich maßgeblich sein.“

Da voraussichtlich die Brücke bis dahin nicht mehr steht, haben Gutachter und Prüfingenieure mit umfangreichen Dokumentationen Beweise gesichert. Noch am Schadenstag seien Fotos, auch von Drohnen aus, gemacht worden, auf denen die „Schäden nach der Havarie nahezu vollständig ersichtlich“ seien. Zudem hätten die Gutachter Vermessungsdaten und Prüfberichte herangezogen. Seitdem das Bauwerk notstabilisiert worden sei, habe es auch „handnahe Untersuchungen“ gegeben. (Madeleine Reckmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare