Umwelt

Salzabwässer in Werra und Weser?

Das Genehmigungsverfahren für die weitere Einleitung von Salzabwässern in Werra und Weser durch den Kali-Konzern K+S geht in die finale Phase. 

Am Donnerstag startete das zuständige Regierungspräsidium Kassel die Online-Konsultation, bei der sich alle Seiten über die Stellungnahmen zum umstrittenen Antrag des Unternehmens für die weitere Einleitung von Salzabwässern in Werra und Weser letztmalig austauschen. Dieser Schritt erfolge wegen der Corona-Pandemie erstmals digital, sagte eine Behördensprecherin. Bis Ende des Jahres will das Regierungspräsidium dann eine Entscheidung treffen.

Für K+S geht es um viel: Die Produktion im hessisch-thüringischen Kalirevier hängt an der Entsorgung von Abwässern. Die Werra, die in die Weser mündet, ist ein wichtiger Entsorgungsweg. Das Unternehmen hatte im Frühjahr angekündigt, die mit der Politik vereinbarten Grenzwerte nicht einhalten zu können und höhere Werte beantragt. Zum Jahreswechsel benötigt K+S eine neue Erlaubnis. Nach Unternehmensangaben hängen 5300 Arbeitsplätze direkt an der Produktion im Werra-Gebiet.

Die Landesregierungen in Niedersachsen, Thüringen und Hessen hatten ablehnend auf den K+S-Antrag reagiert. Bei der sogenannten Weser-Ministerkonferenz im August hatte diese beschlossen, an den niedrigeren Zielwerten festzuhalten. Die Aussagen von K+S habe man aber zur Kenntnis genommen. Das Unternehmen sei aufgefordert worden, seine Gründe transparent und ausführlich darzulegen. Umweltschutzverbände wie der BUND fordern die Zurückweisung des K+S Antrags. (dpa)

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