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Justiz

Mit 150 Sachen auf den Parkplatz gerast

Ein 18-jähriger Autofahrer steht nach dem Unfall wegen des Todes einer Mutter vor Gericht.

Auf der Flucht vor Zivilfahndern rast ein junger Mann mit einem Auto mit 150 Stundenkilometern auf einen Autobahnparkplatz in Südhessen. Das Fahrzeug kracht am 30. Dezember in den geparkten Wagen einer Familie aus Düsseldorf. Eine 39 Jahre alte Mutter wird so schwer verletzt, dass sie kurze Zeit später stirbt. Ein 18-Jähriger muss sich von Donnerstag, 18. Juli, an wegen des Crashs vor dem Landgericht Darmstadt verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor.

Der 18-Jährige soll ohne Führerschein mit einem nicht zugelassenen Auto auf der A5 gefahren sein, als ihn eine Zivilstreife zum Anhalten aufforderte. Um der Polizei zu entkommen, soll er auf das Gas getreten und schließlich mit 150 Stundenkilometern auf den Parkplatz „Fuchsbuckel“ gerast sein. Dort machte die Familie gerade eine Pause, als er in das geparkte Auto krachte. Die auf der Rückbank sitzende Mutter erlitt tödliche Verletzungen. Ihr zehn Jahre alter Sohn wurde schwer verletzt. Der Vater war zum Unfallzeitpunkt auf der Toilette und erlitt einen Schock. Der 18-Jährige wurde schwer verletzt und sitzt seit seiner Genesung in Untersuchungshaft.

Die Anklage lautet einer Gerichtssprecherin zufolge auf Mord, weil eine andere Straftat, das Fahren ohne Führerschein mit einem nicht versicherten Auto, verdeckt werden sollte. Der Fahrer habe wissentlich in Kauf genommen, dass bei seinem Manöver Menschen getötet werden könnten. Das Auto sei hier Tatmittel – ist also quasi die Waffe.

Sollte der 18-Jährige nach Erwachsenenstrafrecht wegen Mordes verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe. Sollte das Gericht bei einem Mord eine besondere Schwere der Schuld feststellen, kann die Strafe auch 15 Jahren betragen. (dpa)

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