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Bei Eppstein stürzte ein Baum auf ein Auto.

Sturm und die Folgen

„Sabine“ tobt durch Hessen

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Auto- und Radfahrer verunglücken im Sturm, Schulen sagen den Unterricht ab, und in Frankfurt stürzt ein Kran auf den Dom.

Mit Windstärke 12 ist Orkantief „Sabine“ am Montag durch Hessen gefegt. Die Folge waren Unfälle, annullierte Flüge, Stillstand im Bahnverkehr und Unterrichtsausfall an den Schulen. Und dennoch: Das ganz große Chaos, das viele befürchtet hatten, blieb aus.

Der tragischste Unfall am Montag ereignete sich auf der A67 an der Bergstraße und hatte mittelbar mit dem Sturm zu tun. Kurz vor dem Autobahndreieck Viernheim stieß ein Lastwagen auf der rechten Spur gegen einen Sperranhänger. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei hatten den Anhänger dort abgestellt, weil sie abgebrochene Äste von der Standspur räumten. Der Lastwagenfahrer wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und starb.

Bei Buseck im Landkreis Gießen wurde eine Radfahrerin am Montagmorgen von einer heftigen Windböe erwischt. Sie stürzte und erlitt schwere Verletzungen. Auf einer Landstraße bei Eppstein stürzte ein Baum auf ein Auto. Der Fahrer wurde in seinem Wagen eingeklemmt. Keine Verletzten gab es im Hanauer Staatspark, wo eine 150 Jahre alte Buche entwurzelt wurde.

In Frankfurt zeigte sich Feuerwehrsprecher Andreas Mohn am Montagmorgen recht entspannt. In der Nacht hatten die Retter rund 50 Einsätze gezählt – bei Unwettern in der Vergangenheit hatte diese Zahl weitaus höher gelegen. Am Montagvormittag rückte die Feuerwehr zu 30 weiteren Unglücksstellen aus. In der Regel ging es um umgeknickte oder umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste oder abgedeckte Dächer. Aus Sicherheitsgründen blieb der Palmengarten den ganzen Tag über geschlossen. Der Zoo öffnete zunächst. Gegen 14 Uhr wurden die Besucherinnen und Besucher aber zum Verlassen des Geländes aufgefordert.

Besonders spektakulär war in Frankfurt ein Unfall am Domplatz. Ein Kran stürzte um kurz vor 1 Uhr auf das Dach des Doms. Das Baugerät kam in den vergangenen Wochen bei der Sanierung eben jenes Dachs zum Einsatz und sollte in dieser Woche abgebaut werden. Die Polizei sperrte den Domplatz weiträumig. Vermutlich Mitte der Woche soll der Kran geborgen werden. Die Höhe des Schadens steht offiziell noch nicht fest, dürfte aber in die Millionen gehen. Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte in einem Facebook-Video über die anstehende Reparatur: „Ich glaube, da wird nicht gespart.“

Stark beeinträchtigt waren auch Flug- und Bahnverkehr. Von 1310 geplanten Starts und Landungen am Frankfurter Flughafen wurden 210 annulliert. Die Bahn hatte den Fernverkehr am Sonntagabend eingestellt. Erst am Montagmittag wurden einzelne Verbindungen wieder bedient. Zu neuen Behinderungen kam es am Mittag, als der Sturm Teile eines Bahnsteigdachs in Limburg abriss.

Auch im Regionalverkehr hieß es am Montag bis zum Vormittag: Nichts geht mehr – abgesehen von S-Bahnlinien, die aber auch nur unregelmäßig fuhren. Am Frankfurter Hauptbahnhof blieb das Chaos aber aus. Bereits am Abend hatten zahlreiche Reisende ohne Murren an den Infoschaltern angestanden und sich Hotel- und Taxigutscheine abgeholt.

Viele Schülerinnen und Schüler freuten sich über „Sabine“. An Hunderten Schulen in Hessen fiel der Unterricht aus. Auch am Dienstag soll es stürmisch bleiben. Der Deutsche Wetterdienst geht von Windböen aus, die aber schwächer ausfallen dürften als am Montag. (mit dpa)

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