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Mit den zusätzlichen Gleisen kommt ein neuer Bahnübergang: Cassellastraße in Fechenheim.

Nordmainische S-Bahn

Fledermäuse schützen

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Der Bau der nordmainischen S-Bahn soll in drei Jahren beginnen - doch zuvor sind noch zahlreiche Fragen zu klären.

Ende 2021 will die Deutsche Bahn mit dem Bau der nordmainischen S-Bahn beginnen. Sie soll nach sechs Jahren Bauzeit von Frankfurt über Maintal nach Hanau fahren. Zuletzt bekam das Projekt einen Riesenschub: Der Bund sagte zu, die Kosten von 1,3 Milliarden Euro zu übernehmen. Doch bevor die Bahn zwei neue Gleise verlegen kann, sind im Planfeststellungsverfahren etliche Details zu klären. Das wurde beim Erörterungstermin am Montag im Saalbau Gallus klar.

Es ging um den Schutz von Fledermäusen, die Zahl von Messstellen, die das Grundwasser beobachten, den 1,4 Kilometer langen Tunnel ab der Konstablerwache, den Neubau der S-Bahn-Stationen Frankfurt-Ost und Fechenheim. Rund 70 Fachleute, unter anderem von DB Netz, oberer und unterer Wasserschutzbehörde, Grünflächenamt, hessischer Straßenbehörde Hessen Mobil, Feuerwehr, Eisenbahn-Bundesamt (EBA), diskutierten die strittigen Fragen unter Leitung von Christine von Knebel vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt. Mit Projektleiter Jochen Stüting von DB Netz einigten sich Behördenvertreter unter anderem darauf, dass zusätzliche Messstellen eingebracht werden, um das Heben und Senken des Grundwassers zu beobachten. „Die Einrichtung der Messstellen erfolgt ein Jahr vor Beginn der Arbeiten“, sagte ein Vertreter von DB Netz. Daten und Berichte zum Grundwasserstand soll die untere Wasserschutzbehörde im Umweltamt alle drei Monate bekommen.

Untersuchung zugesagt

Weil Fledermäuse im Riederwald heimisch sind, hat die Bahn auf Drängen des Grünflächenamts zugesagt, zwei Jahre vor Beginn der Arbeiten zu untersuchen, welche Arten heimisch sind und in welchen Bäumen sie nisten. Gegebenenfalls sollen Kästen aufgehängt werden, damit die Tiere umziehen können.

Es ist die zweite Erörterung zur nordmainischen S-Bahn im 7,4 Kilometer langen Frankfurter Abschnitt. Im April 2016 war der erste Termin, woraufhin die Bahn nach eigenen Angaben bis Mai 2017 die Unterlagen überarbeitete und diese bis Mai 2018 mit EBA und RP Darmstadt abstimmte.

Umgeplant wurde unter anderem der Bahnübergang bei der Station Fechenheim an der Casellastraße. Künftig verläuft eine Überführung, ergänzt um zwei Aufzüge, über die Straße. Eine Unterführung wurde wegen der höheren Kosten und der vorhandenen Leitungen im Boden abgelehnt. Am Danziger Platz, wo die Station Frankfurt-Ost neu entsteht, wurden geplante Ausgänge auf Wunsch des Planungsamts umgestaltet. Zum Ostpark hin soll es am Obdachlosenheim eine Schallschutzwand geben und außerdem eine Natursteinmauer statt einer Stützwand. Um die Sicherheit zum Chemiewerk Allessa zu wahren, sind laut Bahn keine baulichen Maßnahmen erforderlich.

Am heutigen Dienstag wird die Erörterung fortgesetzt. Dann können neun Privatleute ihre Einwendungen vorbringen.

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