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Nagelneu: der Coradia Continental der Hessischen Landesbahn macht am Mittwoch Halt am Wiesbadener Hauptbahnhof.

Nahverkehr

RMV baut Angebot aus

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Trotz der Qualitätsmängel nimmt die Zahl der Nutzer von Bus und Bahn im Rhein-Main-Gebiet zu. Vier neue Expressbus-Linien kommen hinzu.

Gute Nachrichten für Freunde und Bewohner des Rheingaus: Am 9. Dezember geht ein neuer Regionalexpress zwischen Frankfurt und Eltville an den Start. Auch bei Expressbussen und S-Bahnen legt der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zum Fahrplanwechsel eine Schippe drauf. Er sei erstaunt, was trotz der Kapazitätsprobleme im Netz noch möglich sei, sagte Geschäftsführer Knut Ringat am Donnerstag in Wiesbaden. 

Klimawandel, Dieselkrise, Bevölkerungswachstum: Der Öffentliche Nahverkehr stehe unter großem Druck. Selbst die Bundespolitik habe ihn endlich entdeckt. „Wir hätten uns diese positiven Signale früher gewünscht“, sagte Ringat. Jahrzehntelang habe die Deutsche Bahn ihre Infrastruktur vernachlässigt. Folge von maroden Weichen oder Oberleitungen seien Verspätungen, die vom Fernnetz auf das Regionalnetz durchschlagen. Auf der Schiene hat der ICE Priorität. Die anderen Züge müssen warten. 

Trotz der Qualitätsmängel nimmt die Zahl der Nutzer von Bus und Bahn im Rhein-Main-Gebiet weiter zu. Zweieinhalb Millionen Fahrgäste sind pro Werktag mit einem RMV-Ticket unterwegs. 24 Prozent aller Verkehre im Verbundgebiet werden mit den Öffentlichen zurückgelegt. In Zeiten des Smartphones seien die Ansprüche an schnelle Information und einfachen Zugang zur Mobilität gestiegen, so Ringat. Neu und überraschend sei das starke Bevölkerungswachstum.

„Das ist eine große Herausforderung.“ Wegen der „Rekordbeschäftigung“ steige die Zahl der Pendler. Auch das Mehr an Touristen und Fluggästen sei spürbar. 
Große Auswirkungen auf die Qualität hätten in den nächsten Jahren die Bauvorhaben, mit denen das Schienennetz nun endlich fit gemacht werden soll. Den Bahnen fehle das Personal. Zu all diesen Widrigkeiten kämen nun die Forderungen der vom drohenden Dieselverbot aufgescheuchten Politik hinzu: „Jetzt sollen wir auch noch die Welt retten.“ 
Unter diesen Vorzeichen hat der RMV neue Angebote für den Fahrplanwechsel erarbeitet.

S-Bahnen: Der 15-Minuten-Takt wird um eine Stunde bis 20 Uhr verlängert, auf der Linie 2 sowie Abschnitten der Linien 1, 5 und 6. Auch morgens und an Wochenenden soll das Angebot bald größer werden. Der Fuhrpark wächst auf 205 Fahrzeuge. Die 14 zusätzlich hinzugekommenen sind umgebaute Regionalzüge der Deutschen Bahn mit niedrigem Einstieg, die barrierenfrei Reisen auf der Riedbahnstrecke ermöglichen. Es gibt mehr Langzüge und Flexibilität bei Verspätungen, weil eine Reserve da ist. Die durchschnittliche Pünktlichkeit bei den S-Bahnen liegt derzeit bei 92 Prozent. Das Ziel ist 94 Prozent. Die Modernisierung der Technik im Frankfurter Tunnel ermöglicht den Fahrern, einige Sekunden herauszuholen.

Nachtverkehr: Es gibt Ausweitungen auf weitere Regionalzüge und Regionalbusse. In Frankfurt wird der Nachtverkehr neu geordnet. Nähere Informationen gibt es Anfang Dezember.

Expressbusse: 1000 Fahrgäste sind täglich auf einer der 15 Linien unterwegs, die inzwischen einen Ring bilden. Fahrpläne werden ausgeweitet. Außerdem kommen je zwei neue Linien in Mittelhessen und im Taunus hinzu. 
 
Schienennetz Südhessen-Untermain: Die Hessische Landesbahn (HLB) übernimmt das Netz von DB Regio. Die fabrikneuen Fahrzeuge vom Typ Coradia Continental sind unterwegs auf den Strecken Frankfurt–Hanau–Aschaffenburg–Laufach, auf dem RE59 vom Flughafen über Frankfurt-Süd nach Hanau und auf der Verbindung Wiesbaden–Mainz–Darmstadt–Aschaffenburg. Ausgestattet sind sie mit WLAN, Steckdosen und Videoüberwachung. Es gibt mehr Fahrten und mehr Plätze auf der Regionalbahn Wiesbaden–Aschaffenburg. 

Express Mainz–Frankfurt: Erstmals gibt es eine nordmainische Direktverbindung von Mainz über Hochheim und Höchst nach Frankfurt-Hauptbahnhof im Stundentakt. Die Fahrtzeit verringert sich um zehn Minuten. 

Rheingau-Linie: Es gibt eine neue Expressverbindung von Eltville nach Frankfurt ohne Halt in Wiesbaden-Hauptbahnhof. Fahrzeitersparnis: zehn Minuten. Im Sommer verdoppelt sich an Wochenenden das Angebot in den Rheingau und es gibt zusätzliche Fahrten in der Nacht. Bei der regulären Rheingau-Linie gibt es Ausweitungen. 

Mehr unter www.rmv.de

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