Südhessen

S-Bahn-Ring um Darmstadt: Gegen Verbote und Dirigismus

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Die FDP-Vorsitzenden aus Darmstadt und Darmstadt-Dieburg präsentieren ihre Vorstellungen zur Mobilitätspolitik. Die Aufgaben der regionalen Nahverkehrsorgansiation sollen erweitert werden.

Die Freien Demokraten in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg wollen die Verkehrsinfrastruktur in und um Darmstadt „bedarfsgerecht und zukunftsgerichtet“ ausbauen, verschiedene Mobilitätsangebote miteinander vernetzen und die Aufgaben der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina) erweitern. Der Darmstädter FDP-Vorsitzende Leif Blum und Horst Schultze, der Vorsitzende des FDP-Kreisverbands Darmstadt-Dieburg, haben am Freitag im Kreishaus in Kranichstein hierzu ein gemeinsames Positionspapier vorgestellt.

In der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung sitzt die FDP in der Opposition. Im Kreistag Darmstadt-Dieburg sind die Liberalen Teil der Ampelkoalition mit SPD und Grünen.

Blum und Schultze sprachen sich „für einen Schulterschluss“ zwischen der Stadt und dem Landkreis aus, wenn es darum gehe, die Mobilität in der Region zu verbessern. Gegenseitige Schuldzuweisungen wie in den vergangenen Monaten seien nicht zielführend. Zudem sollte weniger parteipolitisch und ideologisch gedacht und gehandelt werden.

In dem Positionspapier sprechen sich die Freien Demokraten für eine Mobilitätspolitik aus, „die sich am Gedanken der Wahlfreiheit und Technologieoffenheit und nicht an Verboten und dirigistischen Eingriffen in marktwirtschaftliche Innovationsprozesse orientiert“. In den Bereichen Verkehr, Wirtschaft und Arbeitsmarkt gebe es zwischen der Stadt und dem Umland komplexe Verflechtungen, die in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hätten. Dies zeige sich insbesondere an den täglichen Verkehrsströmen und Pendlerbewegungen. Die Liberalen plädieren in diesem Zusammenhang „für eine fortschrittliche und selbstbestimmte Mobilität“, die „von Tür zu Tür“ gedacht werde.

S3 bis Pfungstadt

Bei der Infrastruktur setzen auch die Freien Demokraten auf einen Ausbau und eine Verdichtung der Kapazitäten der Odenwaldbahn, die zudem mit der geplanten Lichtwiesenbahn zum Außencampus der Technischen Universität Darmstadt verknüpft werden sollte. Neben dem Bau einer Straßenbahnlinie in den Ostteil des Kreises und nach Weiterstadt sowie einer Verlängerung der Tramlinie nach Darmstadt-Wixhausen und perspektivisch auch bis nach Erzhausen im Landkreis Offenbach schlagen die Freien Demokraten einen S-Bahn-Ring um Darmstadt vor. Zudem müsse der Takt der Pfungstadtbahn verdichtet und die Möglichkeit einer Verlängerung der S-Bahn-Linie 3 bis nach Pfungstadt geprüft werden.

Überdies müssten Busbeschleunigungsspuren auf der B26 und der B449 gebaut, ein Radschnellwegenetz auch im östlichen und westlichen Teil des Kreises etabliert und die Straßenbahn vom Darmstädter Schloss bis zum Ostbahnhof reaktiviert werden. Eine Seilbahnverbindung vom Campus Lichtwiese der TU in den Ostteil des Kreises sollte ebenfalls geprüft werden.

Die beiden FDP-Kreisvorsitzenden plädieren zudem dafür, die Aufgaben des Dadina-Zweckverbands um die Planung, den Bau sowie die Unterhaltung der Verkehrsinfrastruktur zu erweitern. Das notwendige Personal solle durch eine Abordnung von hierfür erforderlichen Fachkräften bei der Dadina gebündelt werden. Finanziert werden solle diese neue Struktur aus den Verbandsumlagen des Zweckverbands.

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