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Nach der Enthüllung der Gedenktafel legten Männer und Frauen Blumen an der Gebäudefassade ab.

Darmstadt

„Große Tochter der Stadt“

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Enthüllt ist die Gedenktafel für die frühere Großfürstin Elisabeth, die Schwester von Ernst Ludwig, dem letzten Großherzogs von Hessen-Darmstadt.

Zur Erinnerung an die frühere Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt und spätere russische Großfürstin ist am Donnerstag an ihrem Geburtshaus in der Wilhelminenstraße eine Gedenktafel angebracht worden. Im ehemaligen Prinz-Carl-Palais befindet sich inzwischen der Sitz der Deutschen Rentenversicherung Hessen. An einer Feierstunde nahmen neben Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) auch der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, und Donatus von Hessen, der Chef des Hauses Hessen, teil.

In den vergangenen Monaten wurde hatte die Stadt Vorbehalte gegenüber der „Kaiserlich Orthodoxen Palästina-Gesellschaft“ geäußert, die seit einigen Monaten in Darmstadt eine Niederlassung hat und die Anbringung der Tafel angeregt hatte. Geleitet wird die 1882 gegründete Gesellschaft von Sergej Stepaschin, dem früheren Chef des Föderalen Dienstes für Gegenspionage, der unter Präsident Boris Jelzin kurzzeitig russischer Ministerpräsident war.

Nach diplomatischen Aktivitäten zwischen der Stadt und der russischen Botschaft wurde darauf verzichtet, den Namen der Gesellschaft auf der Gedenktafel aufzuführen. Die Inschrift der Tafel, auf der auch ein Abbild von Elisabeth zu sehen ist, lautet: „Geburtshaus von Jelisaweta Fjodorowna (01.11.1864 – 18.07.1918), Prinzessin von Hessen und bei Rhein, Großfürstin und Märtyrerin. Gestiftet von der Russischen Föderation und der Wissenschaftsstadt Darmstadt.“

Elisabeth von Hessen-Darmstadt wurde als zweite Tochter von Ludwig IV. und Alice von Hessen-Darmstadt geboren. Sie war die Schwester des späteren Großherzogs Ernst Ludwig und der späteren letzten Zarin von Russland, Alexandra. Durch Heirat mit Großfürst Sergei Alexandrowitsch Romanow wurde Elisabeth 1884 selbst Mitglied der Zarenfamilie.

Nachdem ihr Mann 1905 einem Attentat zum Opfer gefallen war, wandte sie sich verstärkt der russisch-orthodoxen Kirche zu, gründete ein Kloster in Moskau und stand diesem als Äbtissin vor. In den Wirren des Bürgerkriegs wurde sie 1918 zusammen mit anderen Mitgliedern der Familie ermordet. Oberbürgermeisterin Partsch bezeichnete sie als „große Tochter der Stadt“.

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