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Rund 200 Teilnehmer bei hessischem Ostermarsch-Auftakt

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Von: Detlef Sundermann

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Teilnehmern des Ostermarsches 2018 in Bruchköbel.
Teilnehmern des Ostermarsches 2018 in Bruchköbel. © Frank Rumpenhorst

In Bruchköbel findet der erste hessische Ostermarsch statt. Der voraussichtlich größte Ostermarsch in Hessen ist für Montag in Frankfurt geplant.

Unter dem Motto „Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus“ stand am Freitag der hessenweite Auftakt der Ostermärsche 2018 in Bruchköbel. An die 200 Personen versammelten sich im Stadtzentrum. Ausrichter waren der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Hanauer Friedensplattform und weitere Organisationen. Hauptrednerin war Sevim Dagdelen, die stellvertretende Fraktionschefin der Linken im Bundestag.

Sie erhob schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung wegen deren Haltung zur Türkei und dem türkischen Einmarsch in die syrische Stadt Afrin. Die deutsche Politik habe zu lange gewartet, um dieses Vorgehen zu verurteilen. Die Bundesregierung simuliere nun Kritik, um die Bevölkerung zu täuschen, sagte Dagdelen. Es sei unglaubwürdig, nun die Türkei zu kritisieren, aber ungeachtet des aktuellen Konflikts 31 Rüstungslieferungen zu genehmigen. Alle ausländischen Armeen sollten raus aus Syrien, damit es nicht zu einen neuen Weltkrieg komme.

„Wir sind in einem Kalten Krieg“, mahnte die Linke. Dass die EU plant alle Straßen in der Gemeinschaft auf ihre Panzertauglichkeit prüfen und verstärken zu lassen, „ist kein Zeichen von Friedenswille“. Dagdelen sieht darin eine „Drohkulisse gegen Russland“.

„Die Zündschnur ist um die Welt gelegt“, nicht zuletzt von der Rüstungsindustrie, sagte Tobias Huth, vom DGB Südosthessen. Aber nicht allein die internationale politische Situation habe sich im Vergleich vor einem Jahr verschlechtert, sondern ebenso die Lage hierzulande. Dazu trage auch das Programm der großen Koalition in Berlin bei, das gesellschaftlichen Zusammenhalt vermissen lasse. Huth rief in diesem Zusammenhang dazu auf, bei der Landtagswahl im Herbst den Einzug der AfD ins Parlament zu verhindern.

Die Teilnehmerzahlen der Ostermärsche bleiben auch in diesem Jahr weit hinter dem Höhepunkt zu Beginn der 1980er Jahre zurück. Ein Sprecher der bundesweiten Informationsstelle Ostermarsch 2018, Horst Trapp, sagte aber, bei den ersten Aktionen am Karfreitag zeichne sich eine „leicht gestiegene Tendenz“ ab. Möglicherweise sei dies eine Reaktion auf eine verbreitete Verärgerung über deutsche Rüstungsexporte an die Türkei und das türkische Vorgehen gegen die Kurden in Nordsyrien.

Der voraussichtlich größte Ostermarsch in Hessen ist für Montag in Frankfurt geplant. „Die Basisbewegung ist nicht kaputtzukriegen“, sagte Trapp. (mit dpa)

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