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Ein Frankfurter Paar wurde in einem Rüsselsheimer Hotel abgewiesen.

Rhein-Main

Corona in Hessen: Beherbergungsverbot falsch verstanden - Hotel lässt Paar abblitzen

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Manche Hotels gehen über die vorgeschriebenen Beherbergungsverbote in der Corona-Krise hinaus - so ein Hotel in Rüdesheim. Für ein Paar aus Frankfurt wird das zum Ärgernis.

Rüdesheim - Der erholsame Ausflug an den Rhein endete für Lars B. und seine Lebensgefährtin unerfreulich. Nach einem Tag Rheinromantik samt Schifffahrt und Burgbesichtigung entschieden sich die beiden Frankfurter, in Rüdesheim zu übernachten.

Doch sie hatten Pech. Das hessische Hotel, für das sich die Touristen entschieden hatten, wollte die Gäste aus dem hessischen Corona-Risikogebiet nicht aufnehmen. Dabei wäre das erlaubt gewesen. Denn das hessische Beherbergungsverbot gilt und galt zu keinem Zeitpunkt für Gäste aus dem eigenen Bundesland.

Beherbergungsverbot wegen Corona: Frankfurter Paar bekommt kein Hotel

Die Frankfurter traten die Heimreise an, ärgerten sich aber über die Abfuhr. Als Lars B. sich schriftlich beim Hotel beschwerte, erhielt er die Auskunft: „In sämtlichen Medien und Plattformen wird es kommuniziert, dass wir Gäste aus Risikogebieten nicht beherbergen dürfen.“ Dazu ein Hinweis auf die Corona-Verordnungen des Landes Hessen sowie einen FR-Artikel über die Beherbergungsverbote.

Da hatten die Leute aus dem Hotel allerdings etwas missverstanden, und sie sind nicht die einzigen. „Wir wissen von solchen Fällen“, sagt Julius Wagner, der Hauptgeschäftsführer des hessischen Hotel- und Gastronomieverbands Dehoga. Innerhalb Hessens bestehe kein Beherbergungsverbot, bekräftigt Wagner. „Manche haben das nicht verstanden.“

Corona und Risikogebiete: Manche Hotels nehmen die Sache sehr ernst

Es gebe aber auch Hotelbetriebe, die die Regeln durchaus begriffen hätten, aber in ihrer Buchungspraxis darüber hinausgingen, weil sie „das Thema Risikogebiet und Übernachtungsverbot sehr ernst nehmen“, wie Wagner formuliert. Auch dies gilt für das Rüdesheimer Haus. „Risikogebiet ist Risikogebiet, egal ob im selben Bundesland oder in den weiteren Bundesländern angegebene Risikogebiete“, schrieb die Hoteldirektorin an die verhinderten Gäste aus Frankfurt. Man trage schließlich „die Verantwortung für das Wohlergehen aller Gäste und Mitarbeiter“ und könne keine Quarantäne für das eigene Haus und seine Beschäftigten riskieren.

Manche Hotels handhaben es so, die meisten aber beschränken sich darauf, die Vorschriften umzusetzen. Und hier bleibt es nach Angaben des Sozialministeriums in Wiesbaden dabei, dass innerhessisches Reisen mit Übernachtung erlaubt bleibt. „Das Beherbergungsverbot in Hessen gilt nicht für Personen, die aus hessischen Gebieten, deren 7-Tage-Inzidenz über 50 Personen pro 100 000 Einwohner:innen liegt, anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben“, teilte das Ministerium am Mittwoch auf Anfrage der FR mit.

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