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Infektionszahlen

RS-Virus: Kinderkliniken im Rhein-Main-Gebiet extrem belastet

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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In den Kinderkliniken des Rhein-Main-Gebiets gibt es nur wenige Corona-Fälle. Eine ungewöhnliche Häufung von RS-Virus-Infektionen bereitet den Kliniken mehr Probleme.

Die Kinderkliniken im Rhein-Main-Gebiet sehen sich aktuell mit einer ungewöhnlich hohen Auslastung konfrontiert. Üblicherweise steigen die Patientenzahlen erst im Dezember oder zu Beginn des Jahres durch zunehmende Infektionen. Trotz Corona-Pandemie sind es aber nicht Infektionen mit Sars-CoV-2, die momentan den Schwerpunkt bilden, sondern das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). „In den letzten 20 Jahren haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht so viele Kinder auf den Stationen liegen gehabt“, sagt Lothar Schrod, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Frankfurt-Höchst.

In der Klinik seien es aktuell 25 bis 30 junge Patient:innen, die wegen des RS-Virus behandelt werden müssten. Demgegenüber stünden ein bis zwei Covid-Fälle. Das RS-Virus sorgt für eine Infektion der Atemwege, in schweren Fällen können die Kinder beatmungspflichtig werden. Aktuell sehe man das übliche Spektrum, so Schrod. Einige Fälle müssten auf der Intensivstation behandelt werden, der Großteil auf der Normalstation. Zwei Drittel der Fälle seien Säuglinge.

Ähnliches beobachtet auch Sebastian Becker, Ärztlicher Direktor der Darmstädter Kliniken Prinzessin Margaret: „RSV macht uns gerade mehr Schwierigkeiten als Corona.“ Gerade im ersten Lebensjahr könne es zu schweren Verläufen bekommen, auch Lungenvorerkrankungen stellten ein Risiko dar. Bisher habe man zwischen 140 und 150 am RS-Virus erkrankte Patient:innen behandelt. Wenn es so weiter gehe wie bisher, werde man deutlich mehr Kinder behandeln, als in den Jahren zuvor.

Die Belastung des Personals sei jetzt bereits extrem. Nur durch das Verschieben von nicht dringenden Untersuchungen habe man überhaupt genug Kapazitäten für alle Kinder schaffen können. Die meiste Betten, die am Morgen frei würden, würden im Laufe des Tages schon wieder belegt. Und die Saison anderer Infektionen komme erst noch. Die Belastung beim Personal könne dauerhaft hoch bleiben. An eine Entspannung glaubt Becker nicht.

Dass RSV-Infektionen nun so gehäuft auftreten, liege auch am Lockdown und den Maßnahmen in der Corona-Pandemie, sagt er. Im vergangenen Jahr habe es nur zehn RSV-Patient:innen in der Darmstädter Klinik gegeben. Nun würden sich zwei Generationen mit dem Virus anstecken. Dies führe zu den hohen Zahlen. In der Regel komme jedes Kind bis zum vierten Lebensjahr mit dem RS-Virus in Kontakt. Infektionen in späteren Lebensjahren seien dann meist ungefährlicher.

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