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Route mit Erlebnischarakter von Darmstadt nach Dieburg

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Von: Annette Schlegl

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Hoch über der Bundesstraße 26 erläuterte Mobilitätsforscher Professor Jürgen Follmann die Idee des Radwegs.
Hoch über der Bundesstraße 26 erläuterte Mobilitätsforscher Professor Jürgen Follmann die Idee des Radwegs der Wissenschaften. © Hochschule Darmstadt/Markus Schmidt

Der Startschuss für den Radweg der Wissenschaften zwischen den Hochschul-Standorten Darmstadt und Dieburg ist gefallen. Zwei Varianten sind im Gespräch.

Der Anfang ist gemacht: Am Freitag haben sich Vertreter und Vertreterinnen aus Land, Kreis und Kommunen aufs Fahrrad geschwungen, um gemeinsam ein erstes Zeichen für den „Radweg der Wissenschaften“ zu setzen. Die Route soll künftig schnell und sicher Darmstadt und Dieburg verbinden, also die zwei Standorte der Hochschule Darmstadt. An der Radstrecke sind mehrere Stationen geplant, an denen Wissenschaft mittels Exponaten spürbar und erlebbar gemacht werden soll.

1200 Fahrten täglich auf dem Radweg von Darmstadt nach Dieburg

Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. Die Trassenführung von Darmstadt nach Dieburg ist noch nicht klar, zwei mögliche Korridore sollen untersucht werden. Einer ist nördlich der Bundesstraße 26 angedacht und führt die Radfahrer und Radfahrerinnen auf 15 Kilometern an Freizeiteinrichtungen wie dem Steinbrücker Teich und der Grube Prinz von Hessen entlang. Die andere Route würde südlich der B26 verlaufen, wäre 17 Kilometer lang und würde durch Roßdorf sowie Groß-Zimmern nach Dieburg führen.

Zwei mögliche Streckenführungen sind für den Radweg der Wissenschaften zwischen Darmstadt und Dieburg im Gespräch.
Zwei mögliche Streckenführungen sind für den Radweg der Wissenschaften zwischen Darmstadt und Dieburg im Gespräch. © FR

Professor Jürgen Follmann, Mobilitäts- und Verkehrsexperte an der Hochschule Darmstadt, ist die treibende Kraft für den Radweg der Wissenschaften. „Wir haben dabei nicht den Freizeitverkehr, sondern den Alltagsverkehr im Blick“, sagte er. 1200 Fahrten pro Tag seien wohl realistisch, schätzte Jens Deutschendorf, Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium. Patrick Sandner und Christina Wolf, zwei von Follmanns Studierenden, untersuchen die möglichen Routen derzeit in ihren Bachelorarbeiten.

In fünf Jahren soll der Radweg der Wissenschaften fertig sein

Im nächsten Schritt wird mit den beteiligten Kommunen und dem Kreis Darmstadt-Dieburg der Vorzugskorridor ausgewählt, der wenig Haltepunkte haben und schnell umsetzbar sein soll. Konkret heißt das: Bis in fünf Jahren sollen Menschen den Radweg für den Weg zur Arbeit, zur Schule und Hochschule oder zum Einkaufen nutzen können. „Tendenziell wird es die südliche Route“, sagte Follmann. „Da wohnen mehr Menschen, die von dem Radweg profitieren können.“ Außerdem könne man so die Bahnhöfe verknüpfen und in Roßdorf die Verknüpfung mit einer Mobilitätsstation schaffen, an der man in den Bus einsteigt.

Den Abschnitt vom Bahnhof Dieburg nach Groß-Zimmern „kann man schon fast so lassen“, stellte Follmann bei der Kick-off-Radtour am Freitag fest. Der Weg ist breit und beleuchtet, führt über eine Brücke über die B26. Die Weglampen müssten nur noch mit stromsparender, auf Bewegung reagierender LED-Beleuchtungstechnik ausgestattet werden, so der Professor. Zwischen Groß-Zimmern und Roßdorf dagegen sind Probleme zu lösen. Noch ist nicht klar, wie die aus dem Odenwald kommende Bundesstraße 38 gequert werden kann. „Da können wir keine Brücke bauen, das dauert zu lange. Wir müssen wohl eine Ampellösung finden“, sagte Follmann.

„Wissenschaft zum Anfassen“ an 15 Stationen des Radwegs zwischen Darmstadt und Dieburg

Die Frage nach den Kosten für den Radweg konnte er noch nicht beantworten. Staatssekretär Deutschendorf nannte aber eine Vergleichsgröße: Jeder Kilometer Radweg, der entlang einer Bundes- oder Landesstraße gebaut wird, kostet eine halbe bis eine Million Euro. Gleichzeitig erklärte er, dass das Land die Mittel für den Radverkehr deutlich erhöht habe. „Am Geld scheitert derzeit kein Radweg“, sagte er.

Fachbereiche der Hochschule, wissenschaftliche Einrichtungen und Forschungszentren sollen an der Strecke von Darmstadt nach Dieburg 15 Stationen unter dem Motto „Wissenschaft zum Anfassen“ gestalten. Geplant sind zum Beispiel Experimente für Groß und Klein. Auch ein Modell des Darmstadt-Vehikels, ein am Freitag vorgestelltes Allwetterfahrrad mit Dach, könnte am Wegesrand stehen.

Ein Modell des Darmstadt-Vehikel könnte künftig am Radweg von Darmstadt nach Dieburg stehen.
Ein Modell des Darmstadt-Vehikel könnte künftig am Radweg von Darmstadt nach Dieburg stehen. © Annette Schlegl

Auch Radtrasse über Eppertshausen nach Rödermark ist geplant

Die Radtour-Teilnehmer:innen waren am Freitag auch gleich Teil eines kleinen Verkehrsexperimentes: Vor den Toren des Campus Dieburg, an der Kreuzung der Max-Planck-Straße mit der Aschaffenburger Straße, wurde ein Minikreisel aus Plastik ausgebreitet, der umfahren wurde. Er sollte zeigen, wie die Verkehrsführung künftig aussehen könnte.

Zeitgleich zum Radweg der Wissenschaften soll übrigens auch noch eine Trasse über Münster nach Eppertshausen in Angriff genommen werden. So gäbe es eine Anbindung an die S-Bahn-Linie S1 in Rödermark.

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