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Roter Apfelwein

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Die fachhochschule räumt beim Förderprogramm des Bundes für die Fachhochschulen kräftig ab. Mit neun Projekten in vier Förderlinien ist die Hochschule die erfolgreichste in Hessen. Von Astrid Ludwig

Von ASTRID LUDWIG

Die FH Wiesbaden hat beim Förderprogramm des Bundes für die Fachhochschulen kräftig abgeräumt. Mit neun Projekten in vier Förderlinien ist die Hochschule die erfolgreichste in Hessen. Ihre sozialwissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsprojekte, aber auch Vorhaben aus Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften werden 2009 mit rund 2,2 Millionen Euro von Berlin gefördert.

Mit einem Sonderprogramm von 34 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Wissenschaft deutschlandweit die praxisnahe Forschung der Fachhochschulen. In Hessen wurden 21 Projekte ausgewählt, im Schnitt erhalten sie 250.000 Euro. Jeweils fünf Vorhaben stammen aus der Sozialwissenschaft und dem Bereich Ingenieur-Nachwuchs, elf aus der Förderlinie Natur- und Wirtschaftswissenschaften. Mit zwei und drei Anträgen waren auch die FH Gießen-Friedberg, die Hochschulen Fulda, Darmstadt und Frankfurt erfolgreich.

Alt werden in Deutschland

Die Wissenschaftler der FH Wiesbaden haben sich mit ganz unterschiedlichen Themen durchsetzen können. So untersucht ein Team um Michael May, Professor für Sozialwesen, die Wohnbedürfnisse von älteren Migranten, die ihren Lebensabend in Deutschland verbringen wollen. Zusammen mit der FH Fulda wollen die Forscher Wohnquartiere in Wiesbaden, Fulda und München untersuchen. Dafür wollen sie einen Fragebogen entwerfen und Auswanderer in einer repräsentativen Umfrage und in Gesprächen zu ihren Wünschen befragen.

Das Modell, berichtet Susanne Korzuch vom Referat Forschungsförderung der FH Wiesbaden, ist auf drei Jahre angelegt. Es geht um Integration und auch Hilfe zur Selbsthilfe. Das Modell soll Impuls sein für andere Standorte und Städte. "Zugleich", betont Korzuch, "sollen neue Berufsprofile entwickelt werden".

Zwei andere Vorhaben der Hochschule zielen auf die Geschmacksnerven. Der Geisenheimer Fachbereich der FH Wiesbaden, der sich mit Gartenbauwissenschaften befasst, will den Apfelwein zum Erröten bringen. "Die Nachfrage ist groß. Irgendwie sind alle wild auf roten Apfelsaft", lacht Korzuch. Der Geisenheimer Professor Peter Braun will den Rotton nicht mit Farbstoffen erreichen, sondern durch Kreuzung mit historischen Apfelsorten. Im Gewächshaus ist das vielleicht noch einfach, die Geisenheimer wollen aber auf größeren Anbauflächen erfolgreich sein.

Das Aroma des Weins hat sich Professor Manfred Großmann vorgenommen. Hier bestimmen spezielle Hefearten, wie der Traubensaft mundet. Die und damit den Geschmack des Weins wollen die Wiesbadener Forscher künftig besser kontrollieren können.

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