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Jörg Rotter ist neuer Bürgermeister in Rödermark.

Rödermark

Jörg Rotter ist neuer Bürgermeister in Rödermark

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In Rödermark wird es keine Stichwahl geben. Denn Jörg Rotter wird gleich im ersten Anlauf neuer Rathauschef.

Der neue Bürgermeister von Rödermark heißt Jörg Rotter. Mehr als die Hälfte aller Wähler gab dem 44-Jährigen bei der Wahl am gestrigen Sonntag die Stimme. Damit ist nun nach 14 Jahren grüner Regentschaft ein CDU-Mann am Ruder. Rotter wird Bürgermeister Roland Kern (Alternative Liste/Die Grünen) am 1. Juli beerben.

Den zwei Gegenkandidaten Andrea Schülner (AL/Grüne) und Karsten Falk (parteilos) gelang es gestern nicht, Rotter in eine Stichwahl geschweige denn in die Knie zu zwingen. In einem vollbesetzten Urberacher Rathaussaal, wo die Ergebnisse zusammenliefen, hatte wohl manch einer damit gerechnet, dass sich der CDU-Kandidat und die Vorsitzende von AL/Grünen in einem zweiten Wahlgang am 7. April erneut gegenüberstehen. Schülner war nämlich die erste Frau, die sich in Rödermark um den Chefsessel bewarb, und grüne Politik hat in der Stadt viele Anhänger. Doch die leitende Beamtin blieb am Sonntag erstaunlich chancenlos.

Der Kandidat, der den meisten Wählern am wenigsten bekannt war, feierte gestern mehr als einen Achtungserfolg: Karsten Falk holte 20,2 Prozent aller gültigen Stimmen – und schnitt somit fast so gut ab wie die designierte Nachfolgerin von Roland Kern. In vier Wahlbezirken gelang es ihm sogar, Schülner zu überflügeln.

Schon um 18.20 Uhr war zu erkennen, dass Rotter ein „Durchmarsch“ gelingen könnte: 54,1 Prozent aller gültigen Stimmen entfielen im ersten ausgezählten Wahllokal, dem Tennisclub Messenhausen, auf ihn. Schülner konnte dort nur 24,0 Prozent holen, Falk kam auf 21,8 Prozent. Als sechs von zwölf Wahllokalen und vier Briefwahlbezirken ausgezählt waren, legte sich Frank Lortz, das Urgestein schwarzer Politik im Kreis Offenbach, schon fest: „Das ist gelaufen.“ Er sollte recht behalten: In nahezu allen Wahlbezirken votierten mehr als 50 Prozent für Jörg Rotter. Am Ende hatte Rotter bei 10 052 gültigen Stimmen 3162 Stimmen Vorsprung.

Langanhaltender Applaus brandete nach seinem Wahlsieg auf. „Ich bin mehr als erleichtert und emotional stark aufgerührt, dass es so deutlich geklappt hat“, sagte der Wahlsieger. Frust dagegen bei Schülner: Sie sei „schon enttäuscht“, sagte sie, wies aber darauf hin, dass die Koalition aus CDU und AL/Grünen knapp 80 Prozent aller Stimmen geholt habe.

Sowohl der Amtsbonus als auch der Bekanntheitsgrad haben für Rotter wohl den Ausschlag gegeben. Der zweifache Familienvater ist seit 2013 Erster Stadtrat und hat kommunalpolitische Entscheidungen mitgeprägt. Er ist in Rödermark bekannt „wie ein bunter Hund“, ist in Vereinen engagiert und verwurzelt und schon seit jungen Jahren politisch aktiv.

Es war Rotters zweiter Anlauf auf den Rathausthron. Bereits 2016 war er von seiner Partei als Kandidat nominiert worden, musste dann aber wegen einer schweren Krankheit seine Bewerbung zurückziehen.

Er sei stolz, dass eine große Kommune im Kreis Offenbach wieder einen CDU-Bürgermeister habe, sagte Franz Lortz. Alexander Böhn aus Hainburg war bisher der einzige Bürgermeister mit schwarzem Parteibuch. Er kam im März 2017 ins Amt.

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