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Im Doktorhaus wohnte und praktizierte einst der Gemeindearzt. Das historische Gebäude wird saniert und von einem Wohnkomplex umbaut.
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Im Doktorhaus wohnte und praktizierte einst der Gemeindearzt. Das historische Gebäude wird saniert und von einem Wohnkomplex umbaut.

Rodgau

Wohnblock wird kaum niedriger

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Die Firsthöhe des U-förmigen Wohnkomplexes ums historische Doktorhaus in Rodgau wird lediglich um 1,50 Meter reduziert – obwohl ein Stockwerk weniger gebaut wird.

Wie hoch und massiv darf die Bebauung in einem Stadtteil sein, der von zweigeschossiger Bauweise geprägt ist? An dieser Frage schieden sich in den vergangen Monaten die Geister. Lange hatte eine Anwohnerinitiative im Rodgauer Stadtteil Dudenhofen gegen einen Wohnkomplex protestiert, der vor ihren Gärten errichtet werden soll und ihrer Meinung nach überdimensioniert ist. Die Interessengemeinschaft hat zwar erreicht, dass der Investor die ursprüngliche Planung für das Bauvorhaben rund um das Kulturdenkmal Doktorhaus überarbeitet hat. Trotzdem gelang den Anwohnern letzten Endes nur ein Teilerfolg.

Nach Protestaktionen der Initiative beschlossen die Stadtverordneten im Juni, dass der Wohnblock nur zweieinhalb- statt dreieinhalbstöckig gebaut werden darf. Die ErBa Bau- und Immobilien GmbH aus Obertshausen ließ deshalb ihre Pläne überarbeiten. Dieser veränderte vorhabenbezogene Bebauungsplan wurde am Montag in der Parlamentssitzung mit den Stimmen der Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Rodgauer Liste beschlossen; CDU, AfD und der Wählerverein „Zusammen mit Bürgern“ (ZmB) votierten dagegen.

Die Anwohnerinitiative ist mit der nun beschlossenen Lösung unzufrieden. Sie hatte gehofft, dass das U-förmige Gebäude durch den Wegfall des Geschosses 2,80 bis 3 Meter niedriger wird. Stattdessen ist der Dachfirst nur um 1,50 Meter niedriger. Ursprünglich war der Wohnkomplex mit 14 Metern Höhe geplant.

Außerdem wollte die Interessengemeinschaft (IG), dass rund zehn Wohnungen weniger gebaut werden. „Im ersten Antrag sprach der Investor von 33 Wohnungen, jetzt heißt es bis zu 33 Wohnungen“, ärgert sich Lutz Frank von der IG. Je mehr Wohnungen, desto mehr werde auch vor dem Haus geparkt, ist sich die Initiative sicher. Die Tiefgaragen-Stellplätze unter dem Wohnkomplex würden wohl kaum genutzt, weil es sich dabei um Parkliftgaragen – sogenannte Doppelparker – handelt. Das verschlimmere die eh schon angespannte Parksituation in der Nieuwpoorter Straße.

ErBa Bau habe die Vorgaben der Stadtverordneten trickreich umgesetzt, meint Frank. „Wir fühlen uns vom Investor getäuscht“, sagte er. Weitere Schritte plane die Interessengemeinschaft nun nicht mehr. „Wir werden nicht die Gerichte anrufen.“

Die CDU hatte den überarbeiteten Planentwurf in der Parlamentssitzung als „Mogelpackung“ bezeichnet. „Es bleibt mit wenigen Abstrichen alles beim Alten“, sagte Fraktionsvorsitzender Clemens Jäger. Heino Reckließ (FDP) machte aber klar, dass der Investor bei einem „Nein“ der Stadtverordneten beim Kreis Offenbach einen Antrag stellen könne. „Dann wird es noch enger, dann ist Grenzbebauung angesagt“, warnte er. Die Entscheidung fiel trotzdem denkbar knapp.

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