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Gemeinsame Freude: Max Breitenbach und seine Lebensgefährtin Michelle Unger.
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Gemeinsame Freude: Max Breitenbach und seine Lebensgefährtin Michelle Unger.

Bürgermeisterwahl

Rodgau: Überraschende Schlappe für den Berufspolitiker

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Der Erste Stadtrat Michael Schüßler (FDP) hat die Bürgermeisterwahl gegen den jungen CDU-Herausforderer Max Breitenbach verloren.

Ein 30-Jähriger wird künftig die größte Stadt im Kreis Offenbach regieren: Der CDU-Kandidat Max Breitenbach besiegte am Sonntag bei der Bürgermeisterwahl in Rodgau überraschend den langjährigen Ersten Stadtrat Michael Schüßler (FDP). Fünf Minuten nach Mitternacht waren endlich alle 30 Stimmbezirke ausgezählt, das Ergebnis stand fest, für den Sieger gab es ein Feuerwerk und ein Ständchen des Musikvereins Weiskirchen. Am Ende trennten die beiden Bewerber 1077 Stimmen oder viereinhalb Prozentpunkte.

Bürgermeisterwahl Rodgau: Schon von Anfang an war es knapp

Vorher hatten sich die beiden Bürgermeisterkandidaten bei der Stimmenauszählung ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Schon die Ergebnisse der ersten beiden ausgezählten Stimmbezirke ließen erahnen, dass es knapp werden würde. Um 19.54 Uhr ging die Meldung ein, dass Schüßler den Wahlbezirk Freiherr-vom-Stein-Schule mit 51,13 Prozent gewonnen habe, Breitenbach kam dort auf 48,87 Prozent. Eine Minute später meldete das Wahlteam der Geschwister-Scholl-Schule das Gegenteil: 54,35 Prozent für Breitenbach und 45,65 Prozent für Schüßler.

Schüßler verlor trotz einer Koalition hinter sich

Eigentlich hätte die Wahl eine klare Sache sein sollen für den Berufspolitiker Schüßler, der seit 2012 das Amt des Ersten Stadtrats bekleidet. Sein Gegenkandidat ist politisch bisher kaum in Erscheinung getreten, sitzt erst seit 2016 im Stadtparlament. Schüßler gewann am Sonntag aber nur neun von 30 Wahlbezirken – was umso erstaunlicher ist, als er von einer breiten Koalition unterstützt wurde. Seine Partei ist in Rodgau im Bündnis mit SPD, Grünen, Freien Wählern und Tierschutzpartei. Breitenbach hatte mit dem Slogan „Zeit für Neues“ geworben, hatte Hausbesuche gemacht und dabei Nudeln verteilt, sein FDP-Kontrahent hatte dagegen auf Hausbesuche verzichtet. Das allein dürfte aber nicht wahlentscheidend gewesen sein. Die Mehrheit der Wähler:innen war anscheinend mit der Koalitionspolitik der vergangenen Jahre nicht einverstanden und strafte den Ersten Stadtrat dafür ab.

Es gewann „ein Kandidat, der unverbraucht ist“

„Die CDU hat einen Kandidaten präsentiert, der unverbraucht ist“, konstatierte Schüßler am Montag. Persönlich sei er enttäuscht, weil er andere Ambitionen hatte und nicht als Zählkandidat angetreten sei. „Aber das ist Demokratie. Wenn man die Hitze nicht verträgt, darf man nicht ans Feuer gehen“, sinnierte er.

„Es war Zeit für eine Veränderung und frischen Wind im Rathaus“, sagte Sieger Breitenbach noch in der Nacht und lobte sein Wahlkampfteam. „Wir haben fast sieben Monate gemeinsam gekämpft.“ Er wird es aber nicht leicht haben: Er hat keine parlamentarische Mehrheit, muss aus der Opposition heraus regieren.

Zur Feier des Tages bekam der erfolgreiche CDU-Politiker eine Wahl-Torte von seiner Mutter überreicht.

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