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RMV verteidigt Vergabe auf Kinzigtalbahn

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Von: Florian Leclerc

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Die Kinzigtalbahn fährt durch Gelnhausen. Foto: Rolf Oeser
Die Kinzigtalbahn fährt durch Gelnhausen. © Rolf Oeser

Auf der Kinzigtalbahn zwischen Frankfurt und Osthessen fahren künftig Züge mit einem 60 Zentimeter hohen Einstieg. Einige Bahnsteige werden aber 76 Zentimeter hoch.

Nach Kritik an der mangelnden Barrierefreiheit hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die Vergabe der Verbindungen auf der Kinzigtalbahn an die DB Regio verteidigt. DB Regio wird von 2025 bis 2040 die Linien RE50 (Frankfurt–Fulda–Bebra) und RB51 (Frankfurt–Wächtersbach) betreiben und dort 29 neue Doppelstockzüge vom Typ Alstom Coradia Stream HC einsetzen. Sie haben eine Einstiegshöhe von 60 Zentimetern.

Ein barrierefreier Einstieg ist zwischen Hünfeld und Bebra möglich, wo die Bahnsteighöhe bei 55 Zentimetern liegt. Im Kinzigtal werden die Bahnsteige auf 76 Zentimeter erhöht. Es geht vom Bahnsteig also ein gutes Stück herab in die Bahn, was für Menschen mit Einschränkung eine Barriere darstellt.

RMV: Keine Kapazität für Fahrplanausweitungen

„Aufgrund der an mehreren Stationen sehr niedrigen Einstiegshöhe haben wir bei den Fahrzeugen eine mittlere Höhe des Einstiegsniveaus von 60 Zentimetern gewählt“, sagte ein RMV-Sprecher auf Nachfrage. Bei höherem Einstiegsniveau wäre ein Einstieg von den niedrigen Bahnsteigen „nachteilig oder unmöglich“.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatte dieses Vorgehen kritisiert. Barrierefreiheit gäbe es nur dort, wo sie schon jetzt vorhanden sei, sagte der Sprecher. Der VCD Hessen forderte den RMV zu einer Umbestellung auf, damit mindestens ein Wagen pro Zugteil barrierefrei für die 76-Zentimeter-Bahnsteige wird.

Der VCD kritisierte auch, das Zugangebot werde reduziert, die meisten RE5-Züge seien im Fahrplan nicht mehr enthalten. Durch den neuen Fahrplan entstünden in Hanau, Gelnhausen, Flieden, Fulda und in Bebra teilweise längere Umsteigezeiten.

Aus Sicht des RMV führt der neue Fahrplan hingegen „für täglich Zigtausende Menschen zu kürzeren Fahrzeiten und einem optimierten Wechsel zwischen den Linien RE50 und RB51“. Das Fahrtenangebot werde um rund 180 000 Zugkilometer pro Jahr erweitert. Aufgrund der dichten Trassenbelegung seien weitere Fahrplanausweitungen nicht möglich.

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