Verkehr

RMV-App für alle Verkehrsverbünde in der Republik

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Eine Gesellschaft will den Ticketkauf per Smartphone bundesweit vereinfachen. Jeder braucht dann nur noch seine Heimat-App.

Eine App für München, eine App für Frankfurt, eine dritte für Leipzig: Wer viel mit Bus und Bahn oder auch Carsharing unterwegs ist, muss sich immer wieder neu orientieren. Deutsche Verkehrsunternehmen wollen das ändern und haben jetzt die Gesellschaft Mobility inside mit Sitz in Frankfurt gegründet. Sie soll die vorhandene Plattform weiterentwickeln und neue Partner und Teilhaber hinzugewinnen. Schon 185 Akteure haben nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) ihr Interesse bekundet – von privaten über öffentliche Verkehrsunternehmen bis hin zu Bürgerbusvereinen. Schrittweise soll der gesamte öffentliche Nahverkehr in Deutschland hinzukommen plus weitere Sharing-Anbieter. „Am Ende steht die öffentliche Plattform für die Alltagsmobilität zur Verfügung“, so die Gründer.

Die Gesellschaft

Gründer sind:Aktiv Bus Flensburg, Albtal-Verkehrs-Gesellschaft, Bentheimer Eisenbahn, Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen Aktiengesellschaft, Dortmunder Stadtwerke.

AußerdemLeipziger Verkehrsbetriebe, Mainzer Mobilität, Münchner Verkehrsgesellschaft, Rhein-Main-Verkehrsverbund, Rhein-Neckar-Verkehr (RNV). jur

www.mobilityinside.de

Informieren, buchen und bezahlen aus einer Hand. Das ist das Ziel der Initiatoren, die aus Flensburg kommen, Dortmund, Leipziger, Mainz oder München. Auch der RMV gehört dazu. Bis 2021 soll dessen App so fit sein, dass sie auch in den anderen Verbünden einsetzbar ist. Mobility inside ist das dazu benötigte Hintergrundsystem.

Die Unternehmen wollen mitschwimmen in dem Becken, in dem sich kommerzielle Dienstleister wie Google, Appel und Co. tummeln. „Wir dürfen den Vertrieb von Tickets in Deutschland nicht Dritten überlassen“, sagt Ingo Wortmann, Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). „In der Hotelbranche streichen Vermittler wie Booking.com saftige Provisionen ein, die dann später die Fahrgäste treffen würden.“ Die Gesellschaft sei Garant für eine Zusammenarbeit der großen und kleinen Akteure auf Augenhöhe, ergänzt RMV-Sprecher Maximilian Meyer. Und dafür, dass die Einnahmen im System bleiben – damit auch in die Verbesserung des ÖPNV fließen.

Mobilitiy inside wird derzeit von 3000 Kunden bundesweit getestetet. Und ist nicht die einzige digitale Lösung, die die Nutzung von Bus und Bahn über Verbundgrenzen hinweg vereinfachen soll. „Ipsi“ heißt ein anderen bundesweites Projekt, das Handy-Ticket-Systeme miteinander verknüpft, den offiziellen Startschuss gaben im Sommer der RMV und die Kölner Verkehrsbetriebe in Frankfurt. Erst vor zwei Wochen hatte der Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen „Mobil.NRW“ vorgestellt, das vier Verkehrsverbünde in dem Bundesland vereint. Und der RMV kooperiert schon länger mit der Deutschen Bahn. Beim „DB Navigator“ sind RMV-Tickets erhältlich. Und in der RMV-App Karten für den Fernverkehr.

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