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Zwischen der AfD und der Jungen Alternative kriselt es offenbar (Symbolbild).

Junge Alternative Hessen

Richtungsstreit bei der AfD-Jugend

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Streit zwischen radikalem und gemäßigtem Flügel: Steht die Junge Alternative vor der Spaltung? Zumindest die Gerüchte über Massenaustritte werden zurückgewiesen.

Die Diskussionen über eine mögliche Spaltung der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) auf Bundesebene sorgen anscheinend auch im hessischen Landesverband für eine gewisse Unruhe. In einer internen Rundmail, die der FR vorliegt, ruft der Landesvorstand der JA Hessen seine Mitglieder dazu auf, „Ruhe zu bewahren und die weiteren Entwicklungen abzuwarten“.

Der Landesvorstand weist darin „Gerüchte über weitere Massenaustritte oder eine Aberkennung [des Status als Parteijugend. D. Red.] durch die AfD“ zurück und betont, dass er sich im regen Austausch mit den Bundesvorständen von Mutterpartei und JA befinde. Zudem schätze er die Wahrscheinlichkeit als gering ein, dass die hessische JA künftig vom Verfassungsschutz beobachtet werde.

Hintergrund dieses Appells ist ein anhaltender Richtungsstreit in der Jugendorganisation zwischen radikalen und gemäßigteren Landesverbänden, der sich zuletzt zugespitzt hat, nachdem bekannt wurde, dass drei Landesverbände mittlerweile vom Verfassungsschutz beobachtet werden. In Baden-Württemberg hatte dies zur Spaltung des Landesverbandes geführt. Der AfD-Vizevorsitzende Georg Pazderski hatte daraufhin öffentlich die Möglichkeit ins Spiel gebracht, weniger radikale Landesverbände aus der JA auszugliedern und eine neue Parteijugend zu gründen.

Keine Abspaltung angestrebt

Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte Pazderski auch den hessischen Landesverband als gemäßigt charakterisiert. Der AfD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der JA Hessen, Jan Nolte, betonte derweil auf FR-Anfrage, dass eine Abspaltung von der JA nicht angestrebt werde. Die hessische Mutterpartei erklärte, dass man sich noch keine abschließende Meinung zu den Vorgängen gebildet habe.

Das hessische Landesamt für Verfassungsschutz bestätigte, dass die JA derzeit nicht beobachtet werde. Allerdings seien aufgrund der Beobachtung anderer „Objekte“ vereinzelt Verbindungen zwischen rechtsextremistischen Gruppierungen und der Jungen Alternative Hessen bekannt.

Bekannt ist etwa, dass einige Mitglieder der JA Hessen zeitweise der vom Verfassungsschutz beobachteten „Identitären Bewegung“ angehörten. Zudem bestehen zahlreiche Verbindungen ins neurechte Milieu – insbesondere zur rechten Denkfabrik Institut für Staatspolitik (IfS). Erst im Januar 2018 hatte ein Vorstandsmitglied der JA Hessen in den sozialen Netzwerken davon berichtet, dass mehrere Mitglieder die Winterakademie des IfS – an der auch führende Kader der „Identitären Bewegung“ teilnahmen –, besucht hätten.

Ob solche Überschneidungen für eine Beobachtung ausreichen, ist unklar. In dem internen Rundschreiben allerdings werden die JA-Mitglieder dazu angehalten, Handlungsempfehlungen zu studieren, die im Auftrag der Bundes-AfD mit dem Ziel entwickelt wurden, einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz zu entgehen.

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