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Rhön unter Druck

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Die Manager holen sich das Geld wieder - hoffentlich nicht beim Uniklinik-Betrieb.

Ob die innovative Therapie zur Behandlung von Tumor-Erkrankungen eine Daseinberechtigung hat, ist unter Experten umstritten. Fest steht, dass sich der Einsatz in der Krankenversorgung nicht rechnet. Das hatte Siemens früh erkannt und sich aus dem Projekt zurückgezogen. Dann wurde im Hintergrund viel gewirbelt, bis die Heidelberger Uniklinik als Mehrheitgesellschafterin einsprang. Sie verfügt über Erfahrung mit der Technik, doch das alleine reichte nicht. Im September meldete die Betreibergesellschaft Insolvenz an. 641 Patienten innerhalb von drei Jahren. Das waren zu wenig.

Nun also übernimmt der Rhön-Konzern komplett das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum. Wie er die Patientenzahlen erhöhen will, ist schleierhaft. Doch die Aktiengesellschaft steht unter Druck. Beim Kauf der Universitätsklinik hat sie sich vertraglich dazu verpflichtet, die Anlage zu betreiben. Sonst muss sie zahlen. Aus dieser Nummer kommt Rhön nicht raus. Deshalb haben die rein ökonomisch denkenden Manager in Bad Neustadt wohl in den sauren Apfel gebissen.

Wer sie kennt, weiß, dass sie sich andernorts das Geld zurückholen. Diese Quelle darf nicht der mittelhessische Uniklinikbetrieb sein. Der ist schon genug ausgequetscht. Darauf hat die Landesregierung jetzt zu achten.

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