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Hessen

Rheintal: Schutzzonen gegen Bahnlärm

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Zwei Tourismusregionen gründen ein europäisches Bündnis für besseren Gesundheitsschutz. Eine neue Studie aus der Schweiz liefert den Rückenwind.

Mit Initiativen im Rheintal, im Rheingau und am Wörthersee geht es los. Andere Gruppierungen stehen in den Startlöchern, um sich dem neuen Bündnis für europäische Bahn-Lärmschutzzonen anzuschließen. Profitieren würden alle, hieß es am Donnerstag anlässlich der Gründung, bei dem die Initiatoren aus Boppard und Klagenfurt per Videokonferenz ihre Ziele vorstellten: Die Touristen könnten ungestört schöne Landschaften genießen, die Bevölkerung riskiere nicht permanent ihre Gesundheit. Und die Bahn sichere dadurch ihre Zukunft. „Früher oder später siegt der Gesundheits- und Lärmschutz“, sagte Frank Gross von Pro Rheintal. „Wenn die Bahnindustrie das nicht leisten kann oder will, wird sie nicht mehr fahren.“

Per Fragebogen hat Pro Rheintal die Menschen in der Region zum Thema Lärmbelastung befragt. Die Auswertung der 2000 Antworten ist fast fertig, sie steht kurz vor der Veröffentlichung. Demnach hat die teilweise Umrüstung auf sogenannte Flüsterbremsen wenig gebracht. 90 Prozent der Befragten fühlen sich krank, leiden meist unter Herz-Kreislauf-Problemen. Ebenfalls 90 Prozent sind genervt durch Rattern, 80 Prozent durch Dröhnen, 79 Prozent durch Vibrieren, so Gross. „Wie es den Leuten geht, kann jeder sehen, der hierherkommt.“

Lärmstudie

Schweizer Forscher haben den Zusammenhang zwischen Verkehrslärm und Lärmbelästigung, Schlaf, Kreislauf und Metabolismus untersucht.

Rechnet man die Ergebnisse der „Siren-Studie“ auf die ganze Schweiz hoch, verursacht die Straßen-, Bahn- und Fluglärmbelastung jährlich rund 2500 Diabeteserkrankungen und 500 kardiovaskuläre Todesfälle. jur

www.pro-rheintal.de

Gemeinsam mit „Stopp den Bahnlärm“ in Österreich hat sein Verein ein Konzept für Urlaubs- und Tourismusgebiete in Europa erarbeitet. Demnach sollen künftig die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor drei Jahren aufgestellten Grenzwerte zum Schutz der Gesundheit eingehalten werden müssen – notfalls durch Tempolimits und Nachtfahrverbote. Maximal 44 Dezibel in der Nacht und 54 am Tag, lautet die Forderung. „Die Erhaltung der Gesundheit der Bevölkerung ist ein untrennbarer Teil der wirtschaftlichen und politischen Interessen und muss jetzt vorangestellt werden“, sagte der Sprecher von Pro Rheintal. Lärm sei gleich nach der Luftverschmutzung die zweithäufigste Ursache für Krankheit und Tod durch Umweltbelastungen. Rückenwind erhalten die Gründungsmitglieder durch eine neue Schweizer Studie namens Sirene (Short and Long Term Effects of Transportation Noise Exposure).

Demnach führt nächtlicher Schlafentzug durch Bahnlärm zu einer massiven Beeinträchtigung des Immunsystems und in Folge zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Depressionen. Die Studie komme zu der Erkenntnis, dass die geltenden Grenzwerte in Europa nicht geeignet sind, um Menschen vor Verkehrslärm zu schützen. Auch sei es fraglich, ob es überhaupt eine Grenze gäbe, wo Lärm nicht der Gesundheit schade.

Vor diesem Hintergrund appelliert das Bündnis an die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft, sofort und wo immer möglich die Bevölkerung vor Lärm zu schützen. „Die Regionen müssen vom Bahnlärm befreit und saniert werden.“

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