Hessen

Rhein-Main zeigt sich auf internationaler Bühne

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Landesregierung will 2027/28 „innovative Pilotprojekte“ bei „Specialised Expo“ präsentieren.

Frankfurt und die Rhein-Main-Region könnten in den Jahren 2027 oder 2028 eine Weltausstellung zum Thema nachhaltiger Stadtentwicklung veranstalten. Dabei sollten „innovative Pilotprojekte“ in der Metropolregion vorgestellt werden, schlägt die schwarz-grüne Landesregierung vor.

Das Vorhaben soll unter dem Titel einer „Specialised Expo“ realisiert werden. Das sind Spezialausstellungen, die von der Expo-Gesellschaft in Paris jeweils zwischen zwei Expo-Weltausstellungen vergeben werden. Das Motto könnte „Smart Region – Smart People“ lauten.

Die Bundesregierung müsste den Vorstoß aus Hessen gegenüber der internationalen Expo-Gesellschaft vertreten, damit die Idee Chancen hat. Die Landesregierung will die Nachbarländer Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz einbeziehen. Das geht aus einer Antwort von Staatskanzlei-Chef Axel Wintermeyer (CDU) auf Fragen des SPD-Abgeordneten Marius Weiß hervor.

„Es fanden bereits erste Gespräche zwischen der Hessischen Staatskanzlei und dem Bundeskanzleramt statt, um das Interesse Hessens anzukündigen, eine Bewerbung auf eine Specialised Expo initiieren zu wollen“, schrieb Wintermeyer. Eine Bewerbung müsse 2021/2022 eingereicht werden, um das Zieldatum 2027/2028 zu erreichen.

IBA abgelehnt

Seit langem wird über ein solches Projekt diskutiert, das innovative Wege in Regionalentwicklung, Mobilität und Digitalisierung vereinen könnte. Vor zehn Jahren wurde der bisher letzte Anlauf eingestellt. Seinerzeit ging es um eine Internationale Bauausstellung (IBA). Die Initiative war vom hessischen SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel ausgegangen, aber auch CDU, FDP und Grüne gehörten einem Lenkungsausschuss des Landtags an, der an der Umsetzung arbeitete. 2009 erklärten CDU und FDP den Ausstieg. Nach ihrer Ansicht wurde das Projekt mit rund 120 Millionen Euro über zehn Jahre zu teuer. Land, Kommunen und Wirtschaft hatten die Kosten zu gleichen Teilen tragen sollen.

Nach Ansicht der Landesregierung eignet sich eine IBA nicht gut, da dort „die Lösung konkreter städtebaulicher Missstände“ angegangen werde. Dagegen könne eine „Specialised Expo“ einen Rahmen bieten für einen „Entwicklungs- und Veränderungsprozess, bei dem innovative Technologien, Dienstleistungen und Produkte im Vordergrund stehen“, erläutert Minister Wintermeyer. CDU und Grüne hatten bereits in ihrem Koalitionsvertrag eine „Specialised Expo“ ins Auge gefasst. Diese solle Entwicklungschancen „insbesondere unter dem Aspekt von Klimaschutz und Nachhaltigkeit diskutieren“, hieß es darin.

Die SPD würde nach wie vor eine IBA bevorzugen. Sie wirke über einen längeren Zeitraum und sei dadurch nachhaltiger, sagte SPD-Fraktionsvize Weiß der FR. Die von der Regierung vorgelegten Beschreibungen erschienen ihm hingegen noch „sehr unausgegoren“.

Kleine Expo

Die Macher der internationalen Weltausstellung Expo entscheiden auch über die Specialised Expo. Die erste gab es 1936 in Stockholm, die bisher letzte 2017 im kasachischen Astana.

In Buenos Aires ist 2023 die nächste Specialised Expo zu sehen unter dem Motto „Wissenschaft, Innovation, Kunst und Kreativität für die menschliche Entwicklung“. Argentinien setzte sich gegen Polen und die USA durch. 

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