Eine Familie grillt am 25.09.2016 in Frankfurt am Main (Hessen) auf dem Lohrberg bei strahlendem Sonnenschein vor der Skyline der Stadt.
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Eine Familie grillt am 25.09.2016 in Frankfurt am Main (Hessen) auf dem Lohrberg bei strahlendem Sonnenschein vor der Skyline der Stadt.

Wohnen

Unzufriedenheit mit der Wohnungssituation

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Die Beschäftigten in Frankfurt und der Region gehen größtenteils davon aus, dass sich bald nur noch Gutverdiener das Leben in der Stadt leisten können. Das zeigt eine Umfrage.

Die Beschäftigen im Rhein-Main-Gebiet sind nach einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC größtenteils extrem unzufrieden mit der Situation auf dem Wohnungsmarkt. 91 Prozent halten es für „reine Glückssache“, in den Großstädten der Region eine bezahlbare Wohnung zu finden. 81 Prozent gehen davon aus, dass sich „eigentlich nur noch Top-Verdiener“ dort eine Wohnung leisten können.

Ihre eigene Mieten finden 60 Prozent der 400 befragten Berufstätigen zwischen 18 und 65 Jahren aus dem Rhein-Main-Gebiet zu hoch. 43 Prozent können sich jetzt schon vorstellen, einen Job in einer anderen Stadt anzunehmen, wenn dort die Mieten günstiger sind.

Und die Befragten erwarten nicht, dass sich die Situation entspannt. 84 Prozent rechnen mit weiter steigenden Mieten, 90 Prozent gehen davon aus, dass sich dann nur noch Gutverdiener das Leben in der Stadt leisten können. Dabei hält die Entwicklung der Einkommen nach Einschätzung der Befragten schon jetzt nicht mit der der Wohnkosten mit. 90 Prozent gehen davon aus, dass die Mieten in den vergangenen Jahren schneller als die Gehälter gestiegen sind.

Verantwortung wird bei Investoren gesehen

Die Verantwortung für den Mangel an bezahlbarem Wohnraum im Rhein-Main-Gebiet sieht gut die Hälfte der Befragten bei den Investoren, die ein zu hohes Interesse am Luxussegment verfolgten. 50 Prozent gehen zudem davon aus, dass im Zuge von Sanierungen wohlhabendere Mieter weniger vermögende verdrängen.

Ein etwas geringerer Prozentsatz als vor einem Jahr sieht die Schuld bei der Politik. Immer noch gehen aber 50 Prozent davon aus, dass sich die öffentliche Hand zu wenig um sozialen Wohnungsbau kümmert und die Politik zu spät auf das Wohnungsproblem reagiert hat.

Berufstätige nehmen auch wegen der hohen Mieten längere Arbeitswege in Kauf. Jeder Fünfte braucht morgens mindestens 40 Minuten bis zur Arbeitsstelle. Sechs Prozent fahren mehr als eine Stunde.

Etwas entspannen könnte die Situation für Pendler der starke Trend zu Homeoffice. 62 Prozent der Befragten haben während der Corona-Krise bereits zumindest zeitweise zu Hause gearbeitet. 57 Prozent gehen davon aus, dass auch nach der Krise mehr Beschäftigte im Homeoffice sein werden als früher. Immerhin 38 Prozent geben allerdings an, dass sie aufgrund ihrer Tätigkeit nicht von zu Hause arbeiten können.

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