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Wo möglich, werden die Leitungsseile an den Hochspannungsmasten ausgewechselt.
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Wo möglich, werden die Leitungsseile an den Hochspannungsmasten ausgewechselt.

Energie

Rhein-Main: Neue Starkstromleitung von Rödermark bis Weinheim

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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380 000 Volt sollen künftig von Rödermark durch die Kreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau bis nach Weinheim fließen. Die Offenlage der Pläne läuft an.

Mit der Energiewende und dem Ausstieg aus der Kernkraft muss das Stromnetz in Deutschland um- und ausgebaut werden. Neue, verstärkte Leitungen sind nötig, um den Strom aus den riesigen Windparks im Norden in die Metropolen und Industriereviere im Süden zu befördern. Eine ganzseitige Anzeige in der FR vor einer Woche machte die Bürger und Bürgerinnen nun auf die geplante Höchstspannungsleitung von Rödermark-Urberach über Pfungstadt nach Weinheim aufmerksam. Am kommenden Montag beginnt die Offenlage des Plans im Internet. Einen Monat lang können dann Einwendungen vorgebracht werden.

Die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde hatte das Anhörungsverfahren für die Vorschlagtrasse annonciert. Die 380 000-Volt-Leitung, die der Übertragungsnetzbetreiber Amprion bis 2025 baut, soll vom Umspannwerk in Rödermark-Urberach durch die Gemeinde Messel sowie an Darmstadt-Wixhausen und Erzhausen vorbei an die Stadtgrenze von Weiterstadt führen. Dort geht es über die Autobahn 5 sowie südöstlich von Büttelborn über die Autobahn 67 hinweg. An der Stadtgrenze Griesheim knickt die Trasse in Richtung Westen ab und führt bis zur Umspannanlage Pfungstadt. Von dort geht es in südlicher Richtung geradlinig nach Weinheim zum dortigen Umspannwerk. Der Vorhabenträger TransnetBW verlängert die Trasse dann über Altlußheim nach Karlsruhe-Daxlanden.

Große Eingriffe in die Natur seien nicht zu erwarten, sagt Amprion-Projektsprecherin Joëlle Bouillon. Bei dem Vorhaben handle es sich nämlich in der Hauptsache um eine Spannungsumstellung. Das heißt: Die Leitungen existierten in großen Teilen schon, würden nur „ertüchtigt“, statt derzeit 220 Kilovolt würden dann 380 Kilovolt fließen, um so mehr Energie zu transportieren. Außerdem nutze man weitestgehend „den bestehenden Raum“.

Die 66 Kilometer bis Weinheim sind in drei Abschnitte unterteilt. „Im nördlichen Bereich, auf den 27 Kilometern von Urberach nach Griesheim, werden einfach die Leiterseile getauscht, die an den Strommasten hängen“, erklärt die Projektsprecherin. Auf der restlichen Strecke sind aber neue Starkstrommasten zu errichten, weil die vorhandenen Freileitungsmasten zu alt und statisch den Anforderungen nicht gewachsen sind. Zwischen Griesheim und Pfungstadt werden auf einer Strecke von 7,5 Kilometern zusätzliche Strommasten aufgestellt, und zwar parallel zu zwei bestehenden Leitungen. Im dritten, 31,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Pfungstadt und Weinheim, wird die vorhandene 220-Kilovolt-Leitung rückgebaut und durch die neue 380-Kilovolt-Leitung ersetzt.

Schon im Vorfeld der jetzigen Offenlage der Pläne hatte Amprion vor Ort und online Bürgersprechstunden angeboten. „Die waren aber kaum besucht“, sagt Bouillon. Das sei aber auch nicht verwunderlich, denn die Streckenführung tangiere „nur ein paar Einzelgehöfte“. Große Siedlungsbereiche lägen weit weg von der Höchstspannungsleitung.

Außerdem mache die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) Vorgaben, die die Vorhabenträger einhalten müssen. „Amprion kann durch den Einsatz bestimmter Leitungsseiltypen dafür sorgen, dass es unter den Stromleitungen nicht lauter wird“, sagt Bouillon. Physikalisch seien dickere Leitungsseile tendenziell leiser. Im übrigen höre man nur bei Feuchtigkeit Geräusche.

Seitens der Kommunen gab es ebenfalls nur wenig kritische Anmerkungen. In Rödermark stimmte das Stadtparlament dem Projekt ohne Disput einstimmig zu. „Die Leitung ist schon immer durch Urberach geflossen“, begründete dies Bürgermeister Jörg Rotter (CDU). Dort war man allerdings froh, dass man von einer weiteren Hochspannungstrasse verschont blieb, die Bayern als Variante durch Hessen hindurch ins Spiel gebracht hatte.

Auch in Griesheim wurde die 380-Kilovolt-Leitung nach Weinheim unkritisch gesehen, weil sie in der Außengemarkung verläuft. Im Dezember 2021 stellte der Fachbereich Liegenschaften das Vorhaben im Magistrat mit einer Präsentation vor. Demnach werden 13 Masten parallel zu den Bestandsleitungen neu errichtet. Da schon eine Schneise da sei, müssten wohl keine Bäume gefällt werden, so Kathrin Goldmann vom Hauptamt.

In Pfungstadt wird der Betreiber Amprion das Projekt laut Pressesprecher Florian Hagenbruch noch im Bauausschuss vorstellen. Ein passender Termin werde gerade geklärt.

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