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Rhein-Main: Lieferdienste mieten immer mehr Flächen

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Von: Christoph Manus

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Umweltschützer:innen beklagen seit Jahren den Bau riesiger Hallen auf zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen. Trotzdem entstehen, wie hier bei Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis), große Neubauten.
Umweltschützer:innen beklagen seit Jahren den Bau riesiger Hallen auf zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen. Trotzdem entstehen, wie hier bei Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis), große Neubauten. © ROLF OESER

Die Nachfrage nach Hallen für Handel und Logistik in Frankfurt und Region ist trotz der Pandemie sehr hoch. Das hat auch mit Online-Shopping und Lieferdiensten für Lebensmittel zu tun.

In Frankfurt und Region sind nach Zahlen mehrerer Maklerhäuser deutlich mehr Lager-, Logistik- und Industrieflächen neu vermietet worden als zuletzt. Zum Teil ist sogar vom höchsten Flächenumsatz aller Zeiten die Rede.

Eine Rolle für das Rekordergebnis spielen Nachholeffekte. „Einige Unternehmen, die strategische Entscheidungen 2020 coronabedingt verschoben oder ,on hold‘ gesetzt hatten, haben diese im Jahr 2021 dann realisiert“, heißt es bei BNP Paribas Real Estate. Zugleich sprechen die Maklerhäuser von einer großen Nachfrage, insbesondere aus Logistik und Handel. Sehr gefragt bleiben nach Beobachtung von BNP Paribas Real Estate große Hallen an der Autobahn.

Besonders im östlichen Rhein-Main-Gebiet entstehen große neue Hallen

Besonders im östlichen Teil des Rhein-Main-Gebietes entstehen trotz Widerstands von Umweltschützer:innen weiterhin riesige Logistikflächen – und werden offenbar rasch vermietet. Pepsico sicherte sich im vergangenen Jahr 40 000 Quadratmeter Fläche in Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis). Im selben Gewerbegebiet will die Hager Group, ein Anbieter von elektrotechnischen Installationen in Gebäuden, eine ebenso große Fläche beziehen. Noch klagt allerdings der BUND gegen den Bau der Halle.

Das französische Unternehmen ID Logistics mietete 40 000 Quadratmeter Fläche in Kleinostheim, B+S Logistik 37 400 Quadratmeter in Alzenau (beides Kreis Aschaffenburg).

Lieferdienste für Lebensmittel suchen zentral gelegene kleinere Flächen

Eher zentral gelegene, deutlich kleinere Flächen suchen dagegen Lieferdienste für Lebensmittel, die sich insbesondere in Frankfurt stark ausbreiten. Die Gesuche kämen angesichts der Pandemie nicht unerwartet. Ihre Anzahl überrasche aber schon, sagt Adriano Borgia, Geschäftsführer von Realogis Immobilien Frankfurt.

Für das laufende Jahr rechnen die Maklerhäuser schon wegen des weiter wachsenden Onlinehandels mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach Logistikflächen. Weil das Angebot nicht ausreiche, um diese zu befriedigen, sei mit weiteren Mietsteigerungen zu rechnen.

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