Kapital

Rhein-Main: Bürger AG gibt wieder Aktien aus

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
    schließen

Die Bürger AG leistet Unterstützung für biologische Landwirtschaft in der Region. Um die Ernährungswende voranzutreiben, besorgt sie sich jetzt frisches Kapital.

Sie hat beim Bau des neuen Hofladens auf dem Bad Vilbeler Dottenfelderhof geholfen, sie hält stille Beteiligungen an den Äckern der Frankfurter Urban-Farming-Gemeinschaft „Die Kooperative“, sie gab Starthilfe für den Querbeet-Gemüsehof in Steinfurth und dank ihrer Unterstützung konnte die Biobäckerei der „Fleckenbühler“ in Niederrad modernisiert werden: Die Bürger AG unterstützt nachhaltige Projekte der biologischen Landwirtschaft mit Geld. Jetzt gibt sie neue Aktien aus.

Das frische Kapital soll weitere Beteiligungen in der Region ermöglichen. „Wirtschaften wie bisher ist keine Option für die Zukunft“, lautet die Überzeugung der 2011 gegründeten Bürger AG: „Nachhaltiges Denken und Handeln, das den Erhalt unserer natürlichen Ressourcen und die Zukunft unserer Kinder berücksichtigt, ist zwingend notwendig.“

14 Beteiligungen in der ökologischen Landwirtschaft, im Handel und in der Vermarktung hält die Aktiengesellschaft bisher. Und sie hat eine klare Haltung zum künftigen Wirtschaften: „Das Ziel darf nicht länger allein die finanzielle Wertschöpfung sein. Vielmehr müssen soziale und ökologische Effekte in jedem Wirtschaftsprozess eine größere Rolle spielen“, sagt Joerg Weber, Vorstandssprecher der Bürger AG. Die heutige Gesellschaft habe den Wunsch, die Landwirtschaft in Rhein-Main ökologisch wie wirtschaftlich nachhaltig mitzugestalten.

Dabei soll die Kapitalerhöhung helfen: „Wir gewinnen weitere finanzielle Mittel für Beteiligungen in der Wertschöpfungskette der biologischen Landwirtschaft.“

Ziel: 300.000 Euro erzielen

Knapp 700 000 Euro habe die Bürger AG bisher aus eigenen Mitteln in stille Beteiligungen investiert, weitere 500 000 verwalte sie für Dritte, berichtet Finanzvorstand Reinhard Klapproth. Mit der seit 1. Juli laufenden neuen Kapitalmaßnahme möchte die Bürger AG weitere 300 000 Euro erzielen. 100 000 kamen jüngst von bestehenden Aktionärinnen und Aktionären herein, zusätzlich wird die Verwaltung von Vermögen gegenwärtig um 100 000 Euro erhöht.

Alles in allem käme die Bürger AG dann auf ein Gesamtvolumen von 1,7 Millionen Euro, die in der Region bei der Ernährungswende helfen.

Die Stärke der Bürger AG liege in den beteiligten Menschen, betont die Aufsichtsratsvorsitzende Ursula auf der Heide. „Zusammen bringen wir die dringend notwendige Wende in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion voran.“ Die Gemeinschaft freue sich über jede neue Beteiligung, egal in welcher Höhe. Eine Aktie kostet alles in allem 550 Euro.

„Nicht nur die Beteiligungen kommen bei den Bauern an, sondern auch die Unterstützung durch das Netzwerk und die Kontakte zu den Verbraucher*innen helfen der biologischen Landwirtschaft weiter“, sagt die Landwirtin Margarethe Hinterlang vom Dottenfelderhof.

248 Aktionärinnen und Aktionäre sind bislang an der Bürger AG beteiligt, davon 42 Prozent Frauen, 54 Prozent Männer, der Rest sind Familien.

Zusätzlich bietet die Bürger AG eine sogenannte Regionalkarte für 29 Euro an, die Rabatte in zahlreichen Biobetrieben der Region verschafft.

Mehr über die Bürger AG unter:www.buerger-ag-frm.de

Kommentare