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Gerade im Sommer nutzen Pendler den Arbeitsweg als Fitnesstraining. Sofern es eine sichere und schnelle Route gibt.

Radverkehr

Rhein-Main bekommt das erste Stück Radschnellweg

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Die Verbindung Darmstadt-Frankfurt wächst. Hessen fördert weitere Projekte für Radpendler, deren es einige gibt.

Die offizielle Eröffnung ist am 6. Juni. Doch schon jetzt nutzen viele Radler die neue Verbindung zwischen Egelsbach und dem Darmstädter Stadtteil Wixhausen: Das erste Stück des Radschnellwegs Frankfurt-Darmstadt ist fertig. 33,5 Kilometer misst das Projekt am Ende, führt durch sieben Kommunen. Und alle ziehen an einem Strang, sagt Manfred Ockel (CDU), Bürgermeister der Stadt Kelsterbach und Geschäftsführer der Regionalpark Gesellschaft RheinMain Südwest.

Ockel sei es zu verdanken, dass die Umsetzung so flott passierte, hatte jüngst im FR-Interview Stefan Janke gelobt, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Hessen. „Man braucht geeignete Macher.“ Bei einem solchen Vorhaben habe jede Gemeinde eigene Ideen, wie es durch ihre Gemarkung gehen soll. Bestenfalls sollten mehrere Personen Regie führen. Denn die Begehrlichkeiten nach Radschnellwegen sind in Hessen groß. Und das Potenzial auch.

Mit dem Rad zur Arbeit heißt die Aktion von ADFC Hessen und AOK Hessen, die wieder begonnen hat. Bis Ende Augustgilt es, mindestens zwanzig Mal zu radeln. Wie lang ist egal. Dann gibt es was zu gewinnen, für Gruppen oder Einzelne. (jur) 

www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de

Eine Studie hat dafür landesweit 42 mögliche Korridore identifiziert. Nun sollen Machbarkeitsuntersuchungen die jeweiligen Realisierungschancen ausloten. Dafür vergibt das Land Fördermittel, hatte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) jüngst angekündigt. Die Routen für Berufspendler sollen das geplante knapp 2900 Kilometer lange durchgängige Rad-Hauptnetz vereinigen, dessen Lücken geschlossen würden. Für Radschnellverbindungen hat das Land folgende Regeln festgelegt: Sie sollen steigungsarm verlaufen, mit vier Metern Breite ausreichend Platz für Überholen und Gegenverkehr bieten, so dass sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde erlauben. Denn in Zeiten von Pedelecs scheuen auch weniger sportliche Radler keine längeren Strecken.

Die 42 Korridore hat die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität nach intensiven Recherchen und Gesprächen mit den Akteuren vor Ort ausgeschaut. Ein Potenzial von mehr als 2000 Radpendelnden pro Tag haben demnach vor allem Verbindungen nach Frankfurt: von Hanau/Offenbach, von Darmstadt, Wiesbaden, Schwalbach, Bad-Nauheim, Groß-Gerau. Das gleiche gilt für die Routen Wiesbaden-Mainz, Kassel-Baunatal, Fulda-Neuhof und Kassel-Espenau. Für die Strecke Frankfurt-Friedrichsdorf würde die Zahl demnach bei 1500 bis 2000 Radlern pro Tag liegen.

Für jene, die diese Projekte realisieren werden, hat Bürgermeister Ockel folgenden Tipp: Aufs Planfeststellungsverfahren für den gesamten Schnellweg verzichten, „denn das dauert erstmal viele Jahre“. Stattdessen geht Ockel abschnittweise vor, sucht jeweils das Gespräch mit allen Beteiligten und findet am Ende Kompromisslösungen. Das Ergebnis: Nach zwei Jahren ist das erste Stück Radschnellweg im Rhein-Main-Gebiet fertig. Und die nächsten Etappen sind schon in Angriff genommen: von Egelsbach zum Bahnhof und von Wixhausen nach Darmstadt.

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