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Rhein-Main: Bahnverkehr 30 Jahre verschlafen

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Von: Oliver Teutsch

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Knut Ringat, Wolfgang Siefert und Susanne Neumann (von links) im Haus am Dom. Rechts FR-Redakteur Florian Leclerc.
Knut Ringat, Wolfgang Siefert und Susanne Neumann (von links) im Haus am Dom. Rechts FR-Redakteur Florian Leclerc. Christoph Boeckheler © christoph boeckheler

Bei der Umstellung auf eine zukunftsfähige Mobilität ist vor allem Geduld gefragt

Es ist vor allem diese Botschaft, die immer wieder anklingt: Es wird noch einige Jahre dauern, bis die Mobilität im Rhein-Main-Gebiet wirklich zukunftsfähig ist. Mit der Fragestellung, wie die Mobilität in Frankfurt und Umgebung krisenfester, preiswerter und ökologischer gemacht werden könne, hatte die Katholische Erwachsenenbildung ins Haus am Dom geladen. Auf dem Podium der von FR-Redakteur Florian Leclerc moderierten Veranstaltung saßen die Vorsitzende des ADFC Frankfurt, Susanne Neumann, der designierte Frankfurter Verkehrsdezernent Wolfgang Siefert und RMV-Geschäftsführer Knut Ringat, der gleich mal erfrischend selbstkritisch in die Diskussion einstieg: „Wir haben überall im ÖPNV einen Riesennachholbedarf. Bei der Entwicklung der Infrastruktur ist 30 Jahre lang unheimlich viel geschlafen worden.“ Immerhin würden jetzt in den kommenden Jahren 20 Milliarden Euro in Maßnahmen in Frankfurt und das Umland fließen. Das seien aber Operationen am offenen Herzen, die viele Probleme mit sich bringen würden, gab Ringat zu bedenken.

Siefert wollte zunächst damit punkten, dass die Stadt in Sachen ökologischer Umgestaltung ja unheimlich viel für den Radverkehr tue, das sei in der gesamten Stadt zu sehen. Da musste Neumann aber gleich mal einhaken. Im Frankfurter Westen sei gar nichts zu sehen und der angebliche Radweg in der Oeserstraße sei so gefährlich, dass Eltern ihre Kinder dort nicht fahren lassen sollten.

Einig war sich das Podium, dass an den Schnittstellen der einzelnen Verkehrsmittel etwas passieren müsse. Hier konnte Siefert verkünden, dass die Stadt die Planungen für eine Park+Ride-Fläche an der A5-Raststätte Taunusblick vorantreibe und das bislang sehr stiefmütterlich behandelte Fahrradparkhaus an der Südseite des Hauptbahnhofs aufgewertet werden soll. Zum einen soll es besser beschildert, zum anderen diebstahlsicher gemacht werden.

In der Fragerunde des sehr engagierten Publikums wurde bemängelt, dass Gehsteige noch immer häufig zugeparkt seien. Siefert wies darauf hin, dass auf Anregung aus den Ortsbeiräten immer häufiger Parken auf den Gehwegen verboten würde und kündigte an, für Pendler:innen in Frankfurt künftig keine kostenlosen Parkplätze mehr bereitzustellen und erhielt dafür Applaus aus dem Publikum. Um weitere Maßnahmen für den OPNV umsetzen zu können, könnte sich der designierte Verkehrsdezernent auch eine City-Maut vorstellen. Doch auch das ist noch Zukunftsmusik.

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