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Andreas Schlicht lebt für das Theater.
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Andreas Schlicht lebt für das Theater.

Kultur

Rhein-Main: „Ausgehungert nach Kunst und Kultur“

  • VonJohanna Stein
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Theaterschauspieler Andreas Schlicht erzählt von seinem Weg durch die Krise - und seiner Rückkehr auf die Bühne.

Andreas Schlicht lebt für das Theater. Während andere vor der Kamera aufblühen, steht er am liebsten auf der Bühne und führt ein Zwiegespräch mit dem Publikum. „Ich liebe es, dass jede Aufführung anders ist als die zuvor“, erzählt er. Das sei hauptsächlich dem Publikum geschuldet. In Zeiten der Pandemie gab es aber kein Publikum, nur leere Plätze. Das Theater hatte geschlossen, weder Aufführungen noch Proben fanden statt. Rund ein Jahr lang stand Schlicht nicht auf der Bühne. Nun geht es endlich wieder los mit dem Theater.

Der 31-jährige Mainzer arbeitet seit sechs Jahren als Schauspieler für verschiedene Theatergruppen in Mainz, Wiesbaden und Hanau. Seine Probezeiten hängen von den jeweiligen Projekten und Aufführungen ab. „Beim Sommertheater haben wir fünf Wochen lang jeden Tag geprobt“, erinnert er sich. Bei anderen Stücken nur zweimal die Woche. Schlicht liebt das Drama. Und er liebt es, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Zusätzlich zum Theater arbeitet Schlicht in einem Mainzer Kino. Dort herrsche seit der Wiedereröffnung großer Andrang. „Man merkt, wie sehr es den Leuten gefehlt hat“, sagt Schlicht. „Die Menschen waren ganz ausgehungert nach Kunst und Kultur.“

Vom Kino erhielt Schlicht während der Krise Kurzarbeitergeld. Zusätzlich dazu erweiterte der Schauspieler seinen beruflichen Horizont. Beim Katastrophenschutz half Schlicht schon vor der Pandemie als Schauspieler aus und stellte ein lebhaftes Beispiel für Krisensituationen dar. „Einmal habe ich einen Menschen mit Psychose gespielt“, erzählt er. Während der Pandemie hat Schlicht dann noch viele weitere Aufgaben übernommen – wie das Waschen der Modellorgane, die in den Seminaren benutzt wurden. Da es im vergangenen Jahr an Livepublikum mangelte, verlegte Schlicht seine Kunst teilweise auch vor die Kamera. Er nahm an Videodrehs für Kurzfilme, Werbe- und Musikvideos teil. Oft sei er dabei als Nerd, Barkeeper oder als Schläger gecastet worden, erzählt er. Seine Vermutung: „Es liegt wahrscheinlich am Bart.“

Zwar spielte Schlicht in einigen Videos mit, doch einen Ersatz für das Theater konnte ihm das nicht bieten: „Nach einem Jahr Pause merkt man sehr deutlich, was man vermisst“, sagt er. „Durch die Zuschauer im Theater bekommt man etwas zurück.“ Direktes Feedback zum Beispiel. „Außerdem gefällt es mir, Leute zu bewegen und zum Nachdenken anzuregen.“ Was die Theaterzukunft in Zeiten der anhaltenden Pandemie angeht, bleibt der Schauspieler eher vorsichtig mit seinen Erwartungen. „Ich muss mich mental darauf vorbereiten, nicht in ein Loch zu fallen“, erklärt er. Durch die Proben entwickele man immer mehr den Wunsch, sein Werk auf die Bühne zu bringen. Wenn Corona vorher die Tore der Theatersäle zuschmettern würde, wäre das sehr ernüchternd.

Einen großen Wunsch hat Schlicht für die Zukunft: Er möchte vom Schauspiel leben können – einzig und allein vom Schauspiel. „Obwohl es mir im Kino gefällt, hoffe ich, dass ich eines Tages nicht mehr auf einen zweiten Job angewiesen bin“, erzählt er. Lieber möchte er sich voll und ganz auf das Theaterspielen konzentrieren. Damit es am Ende auch zum Leben reicht.

Die Buchmesse fand im vergangenen Jahr weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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