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Ein Rettungswagen ist mit Blaulicht unterwegs. (Symbolbild)

Eppstein

Rettungswagen-Umparker muss mit Anzeige rechnen

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Der Autofahrer, der in Eppstein einen Rettungswagen wegfuhr, muss mit einer Anzeige rechnen. Die Motoren der Rettungswagen müssen während des Einsatzes laufen.

Von Reue keine Spur. Der Autofahrer, der am Wochenende in Eppstein einen Rettungswagen umgeparkt hatte, ist geständig, sagt Polizeisprecher Johannes Neumann. „Aber er hat sein Verhalten für richtig gehalten.“ Dem 45-Jährigen droht nun eine Anzeige wegen des „unbefugten Gebrauchs eines Kraftwagens“, womöglich auch wegen „Widerstands gegen einen Vollstreckungsbeamten beziehungsweise einer gleichstehenden Person“.

Der Mann hatte nicht nur das Einsatzfahrzeug ein paar Meter weitergefahren, weil es seinem parkenden Auto im Weg stand. Er hatte auch die Rettungssanitäter so sehr beschimpft, dass sie sich sicherheitshalber in das Fahrzeug einschlossen. Für Neumann ein Zeugnis der „Verrohung der Gesellschaft“. Die Sanitäter seien im Einsatz gewesen: „Man zeigt kein Verständnis für lebensbedrohliche Situationen.“ Beim Malteser Rettungsdienst wäre das Umparken nicht möglich gewesen. Dort lässt man zwar auch den Motor laufen, damit der Patient nicht in einen ausgekühlten Wagen kommt und die medizinischen Geräte einsatzbereit sind. Doch sie können ihre Fahrzeuge abschließen, sagt der zuständige Referent, Markus Schips, der FR. Im Eppsteiner Fall steckte der Schlüssel. Der 45-Jährige hatte leichtes Spiel.

Im Übrigen bezweifelt Schips allerdings, dass der Respekt vor den Helfern nachgelassen hat. „Der weit überwiegende Teil der Verkehrsteilnehmer zeigt Verständnis.“ In der Großstadt werde zwar schneller mal gehupt und geschimpft als auf dem Land. Doch das erkläre sich mit der allgemeinen Situation auf den Straßen: „Der Verkehr ist gewachsen.“ Deshalb gebe es auch mehr Probleme bei Einsätzen auf der Autobahn: „Wenn die voll ist, ist es schwieriger, eine Rettungsgasse zu bilden.“

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