Umwelt

Rettung für seltene Niedermoore

Hessen startet ein Renaturierungsprojekt für 60 bedrohte Biotope. Sie sollen in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.

Das Land Hessen will seine stark bedrohten Niedermoore vor der Zerstörung retten. Dazu sollen landesweit 60 der inzwischen seltenen Biotope wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) und der Vorsitzende der Nabu-Stiftung Hessisches Naturerbe, Hartmut Mai, gaben am Mittwoch in Wiesbaden den Startschuss für das Projekt.

„Mit der Renaturierung von Niedermooren leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Arten- und Klimaschutz in Hessen“, sagte Hinz nach Angaben ihres Ministeriums. „In ganz Hessen gibt es nur noch wenige meist kleine Niedermoorbereiche, die stark gefährdet sind. Wir wollen die Rückzugsräume für Fieberklee, Bekassine und Feuerfalter erhalten“, sagte Mai.

Geplant ist, dass die Stiftung die Grundstücke mit den Mooren zunächst kauft oder zumindest langfristig pachtet. Dafür stellt das Land nach eigener Darstellung 360 000 Euro zur Verfügung.

In einem zweiten Schritt sollen die Moore dann renaturiert werden. Das Geld für die entsprechenden Maßnahmen soll von Bund und Land kommen. Das Schutzprojekt ist auf dreieinhalb Jahre angelegt. Von den landesweit 155 bekannten Niedermooren sind 39 zerstört. Sie sind ausgetrocknet, überwuchert oder wurden zu intensiv für die Beweidung genutzt. Insgesamt 27 Moore stehen kurz vor der Zerstörung.

Niedermoore gelten als Lebensraum für viele bedrohte Pflanzen- und Tierarten und speichern Kohlendioxid. Wenn sie austrocknen, wird das Treibhausgas freigesetzt. „Mit unserem Renaturierungsprojekt wird Hessen ein Stück ursprünglicher“, sagte eine Sprecherin der Grünen im Landtag. (dpa)

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