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Löscharbeiten nach dem Großbrand im Sommer 2018. 

Rettershof

Rettershof: Brandursache noch unbekannt

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Nach dem Großfeuer im historischen Gebäude finden die Ermittler kaum Spuren.

Kurz vor halb zwei Uhr morgens heulten am 4. Juli 2018 die Sirenen der Feuerwehr. Die historischen Stallungen des Rettershofes zwischen Fischbach und Schneidhain standen in Flammen. Weithin war der rote Feuerschein am Nachthimmel über dem Taunus zu sehen.

Zwei Pferde starben

Dutzende Pferde des Gestütes galoppierten in Panik durch den Torbogen des Hofgutes, rannten vor die ankommenden Feuerwehrautos und stoben in alle Himmelrichtungen auseinander. Bewohner des Rettershofes und Gestütsmitarbeiter hatten die verängstigten Tiere aus ihren Boxen geholt, konnten sie jedoch kaum bändigen. Die Pferde rannten bis nach Fischbach, Ruppertshain und Königstein, eines wurde später sogar auf der Billtalhöhe gefunden.

Zwei Pferde starben auf der Flucht, viele mussten in Tierkliniken behandelt werden. Dramatische Bilder machten in den sozialen Netzwerken die Runde. Pferdebesitzer kamen mitten in der Nacht mit dem Auto angefahren, um bei der Suche nach ihren Tieren zu helfen.

Die historischen Pferdestallungen wurden originalgetreu wieder aufgebaut. 

Ausgebrochen war der Brand unterm Dach des denkmalgeschützten Stallgebäudes auf dem Rettershof. 7000 Heuballen waren dort als Futtervorrat gelagert. Zwei Mädchen, die im Heu übernachtet hatten, konnten sich gerade noch in Sicherheit bringen. Sie und die anderen Bewohner des Hofgutes kamen für ein paar Tage im nahegelegenen Schlosshotel unter. Schwer verletzt wurde bei dem Brand niemand, einige Helfer erlitten leichte Blessuren.

Die Löscharbeiten, bei denen Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis mithalfen, gestalteten sich schwierig. Immer wieder stürzten brennende Heuballen aus dem zerstörten Dach in die darunter liegenden Pferdeboxen, Glutnester flackerten auf. Die Kelkheimer Feuerwehr stellte mehrere Tage lang eine Brandwache auf dem Rettershof. Mit Baggern wurde am Ende das gesamte Heu aus dem Gebäude gezogen. Auf einem Feld bei Ruppertshain wurde es ausgebreitet und gewässert, um die letzten Glutnester zu ersticken..

Von den denkmalgeschützten Stallungen blieb am Ende nur eine Brandruine übrig. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk mussten das Gebäude an der Nordseite des Innenhofes nahezu komplett abreißen. Es bestand akute Einsturzgefahr.

Warum sich das Heu auf dem Dachboden über den Pferdeställen entzündet hat, ist bis heute unklar. Aufgrund des hohen Zerstörungsgrades gestalte sich die Spurensuche schwierig, sagte ein Polizeisprecher der FR. Hinweise auf Brandlegung habe man keine gefunden. Die Ermittlungsakte zum Brand auf dem Rettershof sei noch nicht geschlossen.

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