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Retter des „Friedberger Bohnapfels“

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Pflanzaktion im Naturschutzgebiet Magertriften. red © Red

Wetterau - Der „Friedberger Bohnapfel“ ist als vom Pomologen-Verein als Hessische Lokalsorte des Jahres 2022 ausgerufen worden. Um den Erhalt zu sichern, spendierte der Verein Setzlinge, die rund um die namensgebende Kreisstadt gepflanzt wurden. Dabei halfen die NABU-Gruppen Friedberg, Ober-Mörlen und Bad Nauheim, der BUND-Kreisverband Wetterau gemeinsam mit der IG Streuobst Karben, der Arbeitskreis Naturschutz Langenhain-Ziegenberg, die Kelterei Müller zusammen mit der AG Streuobst Butzbach sowie die Wetterauer Obstbaumschnittschule Mirko Franz.

Vor 20 Jahren hatte die hessische Landesgruppe des Pomologen-Vereins, der sich für den Erhalt der Obstsortenvielfalt einsetzt, die Aktion „Hessische Lokalsorte des Jahres“ ins Leben gerufen. Da der „Friedberger Bohnapfel“ robust und wüchsig sei, stünden die Chancen gut, dass sich große, landschaftsprägende Bäume entwickeln werden, die jeweils über eine Tonne „hervorragende Kelteräpfel“ für die Herstellung von Apfelwein und Apfelsaft liefern können, teilt der Pomologen-Verein mit. Interessant sei, dass bei der Sorte ein hoher Gehalt an gesundsheitsförderlichen Polyphenolen gemessen worden sei.

Die Herkunft des „Friedberger Bohnapfels“ sei nicht genau bekannt, er wurde nach Vereinsangaben aber bereits 1908 für das Großherzogtum Hessen genannt. Bei den Nachforschungen habe das in der Literatur und in Süddeutschland verwendete Synonym „Winterprinzenapfel“ zur Konfusion geführt. „Es besteht aber keine Identität mit dem in Norddeutschland beheimateten Winterprinzenapfel“, so das Urteil der Hessen. Heutzutage sei die Sorte schwerpunktmäßig in Mittel- und Südhessen verbreitet, komme aber auch in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vor.

Die Aktion „Hessische Lokalsorte des Jahres“ hat das Ziel, solche hessischen Lokal- und Regionalsorten vor dem Aussterben zu retten. „Denn sie bieten wie viele andere alte Obstsorten eine große Vielfalt an Geschmack und Verwendungsmöglichkeiten, sind oft widerstandsfähig und besser für Allergiker verträglich. Nicht zuletzt stellen sie einen wichtigen Genpool dar.“

Infos dazu unter www. pomologen-verein.de/hessen. Auf dem Foto zu sehen: Ein „Friedberger Bohnapfel“ steht nun im Naturschutzgebiet Magertriften bei Ober-Mörlen; gepflanzt von den NABU-Vertretern Matthias Möbs (r.) und Hans-Josef Rauch sowie Robert Scheibel (r.) vom Pomologen-Verein. red

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