HINTERGRUND

Im Frühjahr soll's losgehen

Der Bau des Airrail-Centers am Flughafen soll im März oder April 2004 endlich beginnen. Gebaut wird mindestens drei Jahre lang. Somit wird das 500 Millionen

Von STEPHAN LOICHINGER

Der Bau des Airrail-Centers am Flughafen soll im März oder April 2004 endlich beginnen. Gebaut wird mindestens drei Jahre lang. Somit wird das 500 Millionen Euro teure Gebäude nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fertig sein, was ursprünglich angestrebt worden war. Nachdem der Baubeginn des spektakulären Hotel-, Büro- und Gewerbekomplexes in den vergangenen drei Jahren immer wieder angekündigt und ebenso stetig verschoben worden ist, sind nach Dafürhalten der Investoren des Airrail-Centers nun alle Voraussetzungen gegeben, dass es tatsächlich losgehen kann.

Dierk Ernst, Sprecher des Investorenkonsortiums der drei Immobilienentwicklungsgesellschaften Tercon/IVG, Bilfinger + Berger und Adler Real Estate, sagte der FR: "Wir sind sehr sicher, dass der Bau im März oder April 2004 beginnt. Wir haben die Schwierigkeiten des Projekts am Anfang sicher falsch eingeschätzt. Aber jetzt sind alle fraglichen Punkte abgeklärt."

Noch vor zwei Monaten galt der Bau als gefährdet, da Gerüchte umgingen, die Betreiber der französischen Hotelkette Le Meridien steckten in finanziellen Schwierigkeiten. Ein Fünf-Sterne-Hotel mit 650 Zimmern sollte der "Ankermieter" im Airrail-Center sein. Das heißt: Mit einem solchen Hotel steht und fällt das Airrail-Center. Inzwischen ist der Hyatt-Konzern bei Le Meridien eingestiegen.

Jedenfalls, so Sprecher Ernst, sei der Anker Le Meridien nun "fest". Damit und den geplanten 1000 Parkplätzen sei mehr als ein Drittel der Nutzfläche vergeben. "Und das dreieinhalb Jahre vor Bezug: Das ist unendlich viel!" Wegen der Vermarktung der 74 000 Quadratmeter Bürofläche habe er "keine Sorge": "In so einer Lage, direkt am Flughafen, dafür gibt es immer Interessenten." Überhaupt, sagte Ernst, sei eine zeitliche Verzögerung, wenn auch um Jahre, bei einem Projekt dieser Größe "nicht ungewöhnlich".

Der Baubeginn des Airrail-Centers hat sich auch deshalb verzögert, weil knifflige Probleme bei Statik und Brandschutz zu lösen waren. Das Airrail-Center soll auf der so genannten Platte, dem Dach des ICE-Bahnhofs am Flughafen, errichtet werden. Mit einer Länge von 660, einer Breite von 65 und einer Höhe von rund 50 Metern wird es auf neun Etagen eine Bruttogeschossfläche bieten, die in etwa jener der Gebäude an der Zeil entspricht. Das Center ist eins der teuersten und ambitioniertesten Bauvorhaben in der Bundesrepublik. Dass es immer wieder ins Stocken geriet, dass lösbare Bedingungen für eine erste Baugenehmigung nicht erfüllt worden sind, hat freilich Kopfschütteln in der Immobilienbranche über das Vorgehen des Konsortiums ausgelöst.

Zunächst war geplant, die 145 Meter lange und 14 Meter breite, ellipsenförmige Glaskuppel über dem Flughafen-Fernbahnhof wieder abzutragen, um das Dach vollständig bebauen zu können. Doch das hätte bedeutet, dass im Fall eines Brands im Bahnhof keine Luft nach oben hätte abziehen können. Also blieb die Kuppel. Damit ein Luftabzug gewährleistet ist, wird das Airrail-Center in seiner Mitte ein großes Loch haben und sein Grundriss dem eines eckigen O gleichen.

Vor wenigen Tagen ist der Fernbahnhof am Flughafen mit dem Renault Traffic Design Award als "eine der attraktivsten Verkehrsstationen Europas" ausgezeichnet worden. Die Kuppel wird, falls das Center kommt, nur noch von den Gleisen und der Luft aus zu sehen sein.

Mehr zum Thema

Kommentare