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Immer mehr Einwohner und Einwohnerinnen, immer mehr Kinder – und damit auch immer mehr Platzbedarf an den Schulen im Kreis Offenbach. Foto: Andreas Arnold
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Immer mehr Einwohner und Einwohnerinnen, immer mehr Kinder – und damit auch immer mehr Platzbedarf an den Schulen im Kreis Offenbach.

Kreis Offenbach

Rekordeinnahmen beim Kreis Offenbach, aber das Geld reicht nicht

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Trotz Rekordeinnahmen will der Kreis Offenbach die Umlagen erhöhen, die die Kommunen zu zahlen haben. Vor allem die Ausgaben für Jugendhilfe sind nämlich stark gestiegen.

Noch nie gab es im Kreis Offenbach ein so großes Gewerbesteueraufkommen – und trotzdem sieht der am Mittwoch im Kreistag eingebrachte Etatentwurf vor, dass die 13 kreisangehörigen Kommunen im kommenden Jahr mehr Umlagen bezahlen müssen. 0,34 Prozentpunkte mehr sollen dabei helfen, dass der Kreis seine öffentlichen Leistungen auch finanzieren kann. Rekord-Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 311 Millionen Euro fließen aus den Kommunen an den Kreis, was aber auch dazu führt, dass er vom Land weniger Geld aus dem kommunalen Finanzausgleich (KfA) bekommt. Gleichzeitig sorgen Rekordausgaben im Sozialbereich dafür, dass das Geld ohne Umlagenerhöhung nicht reichen wird.

Kinder und Jugend: Geschlossene Schulen, überforderte Eltern, Existenzängste, Kinder, die in kleinen Wohnungen daheim eingepfercht sind – das alles hat in der Corona-Pandemie im Jugendamt zu einem dramatischen Anstieg der Betreuungsfälle geführt. Sozialdezernent und Kämmerer Carsten Müller (SPD) nennt „massive Zuwächse von 15 bis 20 Prozent“. Die sozialpädagogische Familienhilfe verzeichnete innerhalb eines Jahres 100 Fälle mehr, bei der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche sind es sogar 130 neue Fälle. „So ein Fall kann bis zu einer sechsstelligen Summe pro Jahr kosten“, so Müller. Der zusätzliche Hilfebedarf von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen verursacht zwölf Millionen Euro Mehrkosten. Der Kreis wird deshalb verstärkt präventiv tätig – unter anderem mit flächendeckender Jugendsozialarbeit an den Schulen.

Sozialbereich: Die Kosten für die Grundsicherung für Erwerbsfähige (Arbeitslosengeld II) haben in der Corona-Pandemie stark zugenommen. Mehr Bedarfsgemeinschaften, höhere Mietkosten und steigende Energiepreise führen zu Mehrkosten von 3,7 Millionen Euro. Es gibt auch immer mehr Menschen, die eine zu kleine Rente haben, erwerbsunfähig oder in Not geraten sind und deshalb Sozialhilfe beantragen.

Eckdaten des Etatentwurfs

Für 2022 rechnet der Kämmerer des Kreises Offenbach mit 733,6 Millionen Euro an Einnahmen und Ausgaben.

Unter dem Strich bleibt im Etatentwurf ein Jahresüberschuss von rund 14 600 Euro.

Vom Land erhält der Kreis aus dem kommunalen Finanzausgleich (KfA) 59,6 Millionen Euro – das sind 17,8 Millionen weniger als dieses Jahr. ann

Landeswohlfahrtsverband: Die Abgabe an den Landeswohlfahrtsverband (LWV) steigt von 73 auf fast 85 Millionen Euro – weil der Verband 1500 Menschen mehr mit Behinderungen versorgt, aber auch wegen der wirtschaftlichen Stärke des Kreises.

Schule: Der Kreis Offenbach ist eine Zukunftsregion, die Einwohner- und damit auch die Schülerzahlen steigen. Deshalb müssen neue Schulen gebaut und bestehende mit Interimslösungen erweitert werden, wofür mehr als 46 Millionen Euro investiert werden sollen. 5,9 Millionen Euro sind eingeplant, um Hardware für die Digitalisierung der Schulen anzuschaffen.

Stellenbesetzung: Der Etatentwurf 2022 sieht 149 neue Stellen vor, die rund vier Millionen Euro kosten. 69 davon sind im Gesundheitsamt vorgesehen, 20 in den Schulsekretariaten. Der Rest wird sich den Aufgaben im Kreishaus widmen, die mit steigender Bevölkerungszahl wachsen. Auch Personal für Klimaschutzmaßnahmen ist vorgesehen.

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