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In Frankfurt wurde mit 4,9 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote seit Beginn der Auswertung registriert.

Arbeitsagenturen in Hessen

Rekorde auf dem Arbeitsmarkt

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Im vergangenen Jahr konnte ein dickes Plus beim Abbau der Erwerbslosigkeit in Hessen verbucht werden. Die Arbeitsagenturen gehen davon aus, dass die gute Entwicklung anhält.

Für den Arbeitsmarkt in Hessen und Frankfurt war 2018 ein gutes Jahr: Im Jahresdurchschnitt waren landesweit 154 000 Menschen arbeitslos gemeldet. Der Leiter der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin sprach von einem „langjährigen Tiefststand“. In Frankfurt wurde mit 4,9 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote seit Beginn der Auswertung registriert, teilte der Geschäftsführer der Arbeitsagentur Frankfurt, Karl-Heinz Huth, am Freitag mit. Hier wurden zum Jahresende knapp 20 000 Erwerbslose gezählt.

Als „besonders erfreulich“ bezeichnete Huth den Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von dem neuen Teilhabechancengesetz verspricht er sich, eine Verstärkung dieses Trends. Viele Menschen, die schon seit vielen Jahren auf die Grundsicherung angewiesen seien, könnten nun für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren „intensiv begleitet und gecoacht“ werden. Die Jobcenter würden den Arbeitgebern außerdem attraktive Zuschüsse zahlen. 

Auch für das laufende Jahr rechnen Huth und Martin mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass wir in absehbarer Zeit einen Einbruch der stabilen konjunkturellen Entwicklung in Hessen erleben werden“, meinte Martin. Huth wies darauf hin, dass mit „Brexit, Trump und Diesel“ die Wirtschaft „Gegenwind“ bekommen werde. Er gehe aber davon aus, dass trotz der gegenwärtigen „konjunkturellen Abschwächung“ die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt insgesamt „gut“ bleiben wird.

Aktuell waren Ende Dezember in Hessen knapp 145 000 Menschen arbeitslos. Das waren saisonbedingt 0,5 Prozent mehr als im November und 7,4 Prozent weniger als im Vergleichsmonat 2017. Die landesweite Arbeitslosenquote verblieb bei 4,3 Prozent. In vierzehn der 26 Kreise und kreisfreien Städten in Hessen lag die Quote bei unter vier Prozent. Mit 8,9 Prozent wurde wieder einmal in der Stadt Offenbach der Spitzenwert erreicht. Bei den offenen Stellen gab es allerdings im Vergleich zu 2017 landesweit einen „deutlichen Rückgang“ und zwar um 4,8 Prozent. Zum Jahresende 2018 hatten die Agenturen und Jobcenter insgesamt 54 600 Vakanzen im Angebot.

Und noch ein Rekord wurde geknackt: Mit 2 637 200 Arbeitnehmern erreichte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen neuen Höchststand. Mit einem Anstieg um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegt Hessen weiter vor den Zuwachs im Bund von 2,1 Prozent. In „fast allen Wirtschaftszweigen“, so die Regionaldirektion, konnte ein solcher Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung beobachtet werden.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände wies darauf hin, dass sich die Politik jetzt nicht zurücklehnen dürfe, sondern die „Bildung verbessern“, die „Wege in Arbeit für alle offenhalten“ und ein „investitionsfreundliches Klima“ schaffen müsse.

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