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Reinhard Rzytki.

Landtagswahl - Wahlkreis Wiesbaden II

Reinhard Rzytki (FDP): Mit kühlem Kopf

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Der ehemalige Schulleiter Reinhard Rzytki will als Direktkandidat der FDP im Wahlkreis Wiesbaden II in den Landtag.

Der ehemalige Schulleiter Reinhard Rzytki will als Direktkandidat der FDP im Wahlkreis Wiesbaden II in den Landtag.

Wer Reinhard Rzytki nicht kennt, hat zunächst einmal ein kleines Problem, wenn er zum ersten Mal auf den 62-Jährigen trifft: Wie um Himmelswillen spricht man seinen Nachnamen aus? Rzytki ist die Nachfragen gewohnt. „Ich heiße Tschittki“, sagt er dann jedes Mal geduldig.

Geduld ist eine der Stärken des Wiesbadeners, der am 22. September als Direktkandidat der FDP für den Landtag kandidiert. 34 Jahre lang war er Lehrer, zuletzt Schulleiter der Elly-Heuss-Schule. Wegen der Probleme vor der Haustür am Platz der Deutschen Einheit, trat Rzytki 1999 in die FDP ein. Weil ihm die liberalen Politiker in dieser Sache gut zugehört und Unterstützung versprochen hätten, sagt er. Und weil er als Schulleiter schon immer in die Politik involviert gewesen sei.

Mittlerweile hat sich das Gesicht des Platzes tatsächlich gewandelt. Derzeit entsteht dort eine große Turnhalle. Und auch Rzytkis Leben hat sich verändert. Anfang dieses Jahres ging er in den Ruhestand, nachdem er jahrelang die Geschicke seiner Schule geleitet hat. Ohne Wehmut, wie er sagt.

Blick nach vorne

Das ist die zweite Stärke des FDP-Politikers: Er blicke stets nach vorne und konzentriere sich auf neue Aufgaben, sagt der 62-Jährige. Seine Energie lässt er derzeit komplett in den Wahlkampf fließen. Seitdem seine Parteikollegin Dagmar Döring von ihrer Kandidatur zurückgetreten war, muss Rzykti noch mehr präsent sein. Er nimmt an weitaus mehr Veranstaltungen als ursprünglich vorgesehen teil, um so für seine Partei noch ein paar Stimmen zu erhaschen. Für die Partei wohlgemerkt, nicht für sich selbst.

Eine politische Karriere habe er nie angestrebt, sagt Rzytki, der zwei Jahre lang Stadtverordneter war. Und dass er nach der Wahl doch im Landtag landen könnte, hält er schlicht für aussichtslos. Das Direktmandat werde er nicht ergattern – zu stark sei die Konkurrenz. Seine Mitbewerber sind Horst Klee (CDU), Michael David (SPD), Sibel Güler (Grüne) und Hartmut Bohrer (Linke) – zudem stehe er nur auf Listenplatz 42.

Frustrierend findet er es nicht, Wahlkampf zu betreiben, obwohl für ihn selbst nichts dabei herausspringen wird. Für ihn gehe es tatsächlich um jede Stimme. Denn: „Die Wahl wird sehr knapp ausgehen. Und da zählt nun einmal jeder Wähler“.

Schwerpunktthema Bildungspolitik

Rzytkis Schwerpunktthema ist die Bildungspolitik, „nur aus diesem Grund habe ich mich zur Wahl aufstellen lassen“, sagt er. „Das ist das einzige, das ich kann. Auf allen anderen Gebieten bin ich gut informierter Laie.“ Rzytki fordert, die Anzahl der Schulversager deutlich zu reduzieren. „Der Bund muss mit ins Boot geholt werden und richtig viel Geld in die Hand nehmen.“ Zudem fordert er, dass den Schulen mehr Freiraum gegeben werden müsse – „um der Schülerschaft zu entsprechen“.

Im Bezug auf die Debatte G8/G9 reagiert Rzytki unaufgeregt. „Beide Formen sind möglich, beide haben Vor- und Nachteile. Ich wünsche mir nur endlich eine einheitliche Regelung.“ Er könne jedoch auch mit der jetzigen Regelung gut leben, „weil diese die Spielräume der einzelnen Schule ausweitet – im Sinne der Selbstständigkeit wie auch schon die 105-Prozent-Regelung.“

Er freue sich, sagt der Wiesbadener, wenn der Wahlkampf erst einmal vorbei ist. Dann geht er mit seiner Frau auf Reisen – eines seiner Hobbys, neben dem Sprachenlernen. Zeit dafür wird er dann wohl haben.

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