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Der Regionalexpress der Linie 70 pendelt zwischen Mannheim und Frankfurt.
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Der Regionalexpress der Linie 70 pendelt zwischen Mannheim und Frankfurt.

Deutsche Bahn

Regionalzüge auf der Riedbahn sollen pünktlicher werden

  • Michael Bayer
    VonMichael Bayer
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Die Linie RE70 startet mit dem Winterfahrplan in Mannheim zeitlich flexibel, um verlässlicher in Frankfurt anzukommen.

Die Regionalzüge auf der überlasteten Riedbahn von Mannheim nach Frankfurt sollen pünktlicher werden. Dazu will die Deutsche Bahn zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember den Fern- und Nahverkehr besser miteinander verzahnen. Das hat der Konzern der Frankfurter Rundschau bestätigt.

Der Streckenabschnitt ist einer der meist befahrenen in Deutschland. Schwierig ist dabei insbesondere, dass auf den Gleisen ICE-Züge mit 200 Kilometern pro Stunde genauso unterwegs sind wie der deutlich langsamere Nah- und Güterverkehr. Sind Fernzüge zu spät, müssen Regionalbahnen oft zur Seite fahren und warten – womit auch sie unpünktlich werden.

Hier greift das neue Konzept ein – und zwar an der Wurzel vieler Verspätungen des RE 70, seinem Start am Mannheimer Hauptbahnhof. Der Regionalexpress geht dort direkt nach zwei ICE auf die Strecke nach Frankfurt. Die Deutsche Bahn arbeitet künftig mit folgendem Trick: Laut Fahrplan startet der RE 70 vier Minuten früher als bisher zur Minute 35 – bei gleichzeitiger Fahrtverlängerung um eben diese vier Minuten.

Riedbahn: Pünktlicher mit dem Vier-Minuten-Trick

Ist der Fernverkehr nun pünktlich, steht der Zug länger am Bahnsteig – und startet faktisch erst zur Minute 39. Pünktlich bleibt er trotzdem, weil schlicht die eingebaute Fahrtverlängerung aufgebraucht wird.

Ist hingegen ein vorher eingeplanter ICE später als fünf Minuten, fährt der RE 70 zur ausgeschriebenen Minute 35 noch vor dem Fernzug los – und lässt sich anschließend überholen. Die dafür nötige Zeit ist mit den vier Minuten schon im Fahrplan enthalten. Ergebnis: Auch hier ist der Regionalzug nach den ersten Stationen pünktlich unterwegs nach Frankfurt.

Verspätungen von weniger als fünf Minuten sind übrigens kaum problematisch. Die modernen, spurtstarken doppelstöckigen roten Triebzüge können diese Zeit oft aufholen.

Die Deutsche Bahn hat neben der Riedbahn auch die Strecke durch das Kinzigtal und natürlich den Knoten in Frankfurt am Main als besondere Engpässe ausgemacht. „Ähnlich wie bei der nun geplanten früheren Abfahrt des RE 70 schauen wir auch dort, wo es möglich ist, so zu disponieren, dass unsere Fahrgäste möglichst pünktlich an ihrem Ziel ankommen“, schreibt das Unternehmen.

Fahrgastverband Pro Bahn findet das Konzept sinnvoll

Dem Fahrgastverband Pro Bahn gefällt die Idee. „Das Konzept finden wir generell sinnvoll. Es wird bisher beispielsweise im Fernverkehr in Dortmund eingesetzt und zeigt dort durchaus Wirkung“, erläutert der Stellvertretende Bundesvorsitzende Lukas Iffländer.

In Richtung Mannheim funktioniert der Minutentrick übrigens nicht. Denn der Regionalexpress fährt in Frankfurt eine gute halbe Stunde vor den Fernzügen los – die dann in Mannheim kurz nach dem roten Zug ankommen. Ist der RE 70 zu spät, muss er vor seinem Ziel zur Seite und die ICE passieren lassen. Und dann klappt möglicherweise auch nicht mehr die neue Minutentrickserei auf der Rückfahrt. Denn die reguläre Standzeit in Mannheim beträgt 16 Minuten. Kommt der Zug mehr als eine Viertel Stunde später an, kann er nicht zur vorgesehenen Zeit nach Frankfurt aufbrechen.

Statt des ankommenden Fahrzeugs ein anderes nach Frankfurt zu schicken, scheitert in der Regel daran, dass sämtliche Garnituren verplant sind. Und es müsste auch Ersatzpersonal bereitstehen. Die Bahn setzt in solchen Fällen, zum Missfallen mancher Reisenden, auf einen anderen Ausweg: Der späte Zug lässt die letzten Stationen aus, fährt Mannheim nicht mehr an und kehrt schon vorher – dann pünktlich – zurück nach Frankfurt.

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