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Freizeit

Regionaler Roadtrip

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Der Fotograf Ernst Wrba aus Wiesbaden hat einen Wohnmobilführer für das Rhein-Main- Gebiet gestaltet – und einige Tipps parat

Nähe zur Natur, Ruhe, Entschleunigung: zum Beispiel auf dem Campingplatz in Hattenheim.

Sein erstes Wohnmobil hat sich Ernst Wrba vor dreißig Jahren zugelegt, einen VW-Bus, einen T3. Seitdem kann und will er nicht mehr ohne. „Für mich als Reisefotograf bietet sich das einfach an.“ Damit könne er immer direkt vor Ort sein, überall übernachten und jederzeit anreisen, spätabends oder auch vor Sonnenaufgang, je nach Bedarf und Laune. „Man ist mit den eigenen vier Wänden unterwegs, hat alles dabei, was man braucht, und kann sich einfach ein kühles Bier aus dem Kühlschrank holen.“ Und es braucht dafür weder eine lange, noch eine weite Fahrt.

„Kleine Auszeiten im Rhein-Main-Gebiet“ heißt der Reiseführer, den Ernst Wrba für die Reihe „Wochenend und Wohnmobil“ des Münchner Bruckmann-Verlags geschrieben und bebildert hat, mitten in der Corona-Pandemie. In 14 Kapiteln schildert der im Februar erschienene Band im handlichen Format die Attraktionen und Campingmodalitäten vom Vogelsberg bis zum Odenwald, von Mainz bis Aschaffenburg. 14 Touren hat der in Wiesbaden lebende Fotograf gestaltet und recherchiert, jede davon eigne sich für ein Wochenende. „Die Touren sind so aufgeteilt, dass man zwei Tage gut beschäftigt ist.“ Und die Region hat schließlich allerhand zu bieten an Natur, Kultur und Geschichte: ob Wälder oder Flüsse, Kelten oder Römer, Skyline oder Jugendstil.

Ernst Wrba ist Fotograf und seit 30 Jahren mit dem Wohnmobil unterwegs – nicht nur in der Region. Ernst Wrba

Ernst Wrba informiert, erklärt und gibt Tipps für Ausflüge und Aktivitäten rund um den Ort, wo das Wohnmobil parkt. Am Ende jedes Kapitels stellt er die Camping- und Stellplätze vor mit Kontaktdaten und Anfahrtsweg. Dazu gibt es viele Fotos, die meisten davon sind Archivbilder, die er in den vergangenen Jahren für andere Projekte gemacht hat, zum Beispiel für seine Radführer. Seit 1983 ist er als freier Fotograf im Raum Frankfurt tätig. Vieles in der Region habe er erst dank seines Berufes kennengelernt, räumt er ein.

Etwa ein Viertel der Fotos in dem Buch stammten aus dem Coronajahr 2020. Im Herbst sei er losgezogen, unter anderem um die Stellplätze aktuell zu fotografieren. In anderen Zeiten hätte er auf dem einen oder anderen gern probegecampt, doch das sei ja nun mal nicht möglich gewesen, weil die Plätze wegen Corona dicht waren. Einige habe er aber bereits gekannt, „und nochmal angeschaut habe ich sie mir alle“.

Nicht nur geschlossene Campingplätze waren ein Problem, die Pandemie erschwerte auch anderweitig die Arbeit am Reiseführer. „Es ist allein schon schwierig, Menschen ohne Maske aufs Bild zu bekommen“, sagt Wrba. Bei seinen Recherchen habe er aber auch Neues erfahren, etwa im Naturschutzgebiet Mönchbruch im Kreis Groß-Gerau. „Da gibt es wunderschöne Natur, und im Moment fliegen da gar nicht so viele Flugzeuge drüber.“

Die Campingplätze in der Rhein-Main-Region seien hauptsächlich auf Dauercamper:innen ausgerichtet, sie machten mancherorts bis zu 90 Prozent der Belegung aus. Eine Ausnahme sei der Campingplatz Rüdesheim, wo es überhaupt keine Dauer-Campingparzellen gebe.

Auch wahre Geheimtipps hat Ernst Wrba parat, etwa den Stellplatz mit dem schönen Namen „Tor zur Wetterau“. Höchstens drei Wohnmobile dürfen dort bei Burg-Gräfenrode parken, „auf einer traumhaft gelegenen Obstwiese“. Oder der Stellplatz direkt am Kloster Eberbach, der so neu ist, „dass ich ihn gerade noch in dem Buch aufnehmen konnte“. Seit Herbst 2020 kann man direkt am Kloster Eberbach parken, für drei Wohnmobile gibt es dort großzügige Stellplätze, auf denen auch noch Platz ist für allerlei Campingmobiliar. Allerdings gibt es nur Strom, keine sanitäre Ver- und Entsorgung.

Ernst Wrba fährt schon länger nicht mehr VW-Bus, auf den T3 folgte noch ein T4, heute fährt er ein geräumigeres Wohnmobil, es ist sein mittlerweile sechstes. Der 65-Jährige rät dazu, Solarzellen auf dem Dach zu montieren, um unabhängig von der Stromversorgung zu sein. So lasse sich auch problemlos eine Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz verbringen, was gerade unter Corona-Bedingungen zuweilen die einzige Option sei. „Autark sein“: Das mache es schließlich aus.

Dass Reisen und Kurz-Trips mit dem Wohnmobil seit Corona einen Boom erleben, ist Wrba natürlich nicht entgangen. „Generell nimmt die Zahl der Wohnmobile zu, das macht sich auf den Camping- und Stellplätzen bemerkbar, aber auch auf den Straßen.“ Von seinem Händler wisse er, dass sämtliche Wohnmobile ausverkauft seien, er habe Vorbestellungen bis Ende des Jahres.

Nur für eine Wochenend-Tour ein Wohnmobil zu mieten, hält er für wenig sinnvoll. Das Schöne sei ja gerade, dass man nichts groß packen müsse, sondern einfach losfahren könne. „Es ist unglaublich, was sich so alles über die Jahre ansammelt in einem Wohnmobil.“ Vom Kaffeekocher über Straßenatlanten bis zur Ersatzzahnbürste sei irgendwann einfach alles an Bord; eingepackt werden müssten nur noch die Klamotten. Nebenbei sei es nicht gerade günstig, ein Wohnmobil zu mieten. „Das wird für ein Wochenende nicht billiger als ein Hotelurlaub.“

Ernst Wrba

Rubriklistenbild: © Ernst Wrba

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