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Carsten Meyer, Rechtsextremismusexperte und FR-Autor, ist im Alter von 57 Jahren gestorben. Privat
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Carsten Meyer, Rechtsextremismusexperte und FR-Autor, ist im Alter von 57 Jahren gestorben. Privat

Nachruf

Rechtsextremismusexperte Carsten Meyer ist tot

  • VonJoachim F. Tornau
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Der Rechtsextremismusexperte und FR-Autor Carsten Meyer ist tot. Er war ein Könner der Recherche.

Frankfurt - Er war der wohl beste Kenner der rechtsextremen Szene in Nordhessen. Was auch immer sich in und um Kassel am rechten Rand regte: Stets schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es von Carsten Meyer bemerkt und aufgedeckt wurde. Bereits Jahrzehnte bevor die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und das Attentat auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke auch eine breitere Öffentlichkeit sensibilisierten, war der Kasseler Journalist und langjährige FR-Autor überzeugt: Die größte Gefahr für die demokratische Gesellschaft kommt von rechts.

Carsten Meyer war ein Könner der Recherche, hartnäckig, gründlich und gesegnet mit scheinbar unendlicher Geduld. Er enttarnte Neonazis in Feuerwehren, bei der Bundeswehr, einmal auch in einem Stadtbezirksvorstand der Kasseler CDU. Und in der AfD sowieso. Detailliert führte er den Nachweis, wie sich bei der Kasseler Burschenschaft „Germania“ oder dem örtlichen Pegida-Ableger die Rechtsextremen tummelten – und war nicht nur dabei dem hessischen Verfassungsschutz weit voraus.

Die meisten seiner Recherchen sind in der Frankfurter Rundschau erschienen; an die hundert Texte weist das Archiv aus, die unter seiner maßgeblichen Beteiligung entstanden. Und auch wenn die Zusammenarbeit mit dem eigensinnigen Kopf nicht immer einfach gewesen sein mag: Gelohnt hat sie sich immer.

Jetzt ist Carsten Meyer gestorben. Mit derselben Zähigkeit, mit der er den Rechten nachspürte, hat er auch gegen den Krebs gekämpft. Lange hielt er durch, recherchierend bis zuletzt, es schien wie ein Lebenselixier zu wirken. Doch am Ende war die Krankheit stärker. Carsten Meyer wurde nur 57 Jahre alt. (Joachim F. Tornau)

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