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Das Zugangebot zwischen Frankfurt, Darmstadt und Mannheim wird ausgebaut. (Symbolbild)

Main-Neckar-Ried-Express

RE60 verbindet Frankfurt, Darmstadt und Mannheim bald stündlich

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Mehr schnelle Züge: Freuen wird das jene Pendler, die wegen der Umstellung von IC auf ICE an der Bergstraße auf den Regionalverkehr ausweichen.

Zwei Jahre nach dem Start des Main-Neckar-Ried-Expresses wird das Zugangebot zwischen Frankfurt, Darmstadt und Mannheim ausgebaut. Die Verkehrsverbünde RMV und VRN sowie das Land Baden-Württemberg verstärken die Regionalexpress-Linie 60, die Mannheim und Frankfurt über die Bergstraße und Darmstadt verbindet.

Fahren dort werktags derzeit noch neun Züge pro Richtung, werden es künftig 15 sein. Damit wird zwischen 5.30 und 20.30 Uhr ein durchgehender Stundentakt möglich. Bisher sind zahlreiche RE60-Touren auf die Strecke zwischen Frankfurt und Darmstadt beschränkt; künftig führen alle weiter bis Mannheim und zurück. Das hat das Verkehrsministerium in Stuttgart auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau konkretisiert.

An Wochenenden steigt die Zahl der Verbindungen von acht auf 14. Die Reise zwischen Main und Neckar dauert eine gute Stunde lang; sie enthält derzeit neun Zwischenstopps. Die regelmäßigen Expresszüge dürften vor allem jenen Pendlern gefallen, die im Frühjahr nach der Umstellung der früheren IC-Linie 26 auf ICE zwischen Heidelberg, Darmstadt und Frankfurt in Regionalzüge ausgewichen sind.

RMV, VRN und Land investieren in den Main-Neckar-Ried-Express 

Für das dichtere Programm müssen die Verkehrsträger zusätzliche Mittel bereitstellen. Das Land Baden-Württemberg zahlt nach eigenen Angaben maximal zwei Millionen Euro im Jahr, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar knapp eine Million. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund, auf dessen Gebiet etwa die Hälfte der Strecken entfällt, will sich nicht äußern. Insgesamt ergibt sich ein höherer, einstelliger Millionenbetrag.

Die Ausweitung des Angebots – bezogen auf die gefahrenen Kilometer der ursprünglichen Ausschreibung immerhin um 14 Prozent – soll ohne zusätzliches Material möglich sein. „Die Leistungen werden mit den vorhandenen Neufahrzeugen aus dem Verkehrsvertrag Main-Neckar-Ried gefahren“, erläuterte eine Sprecherin. Dem Ministerium seien derzeit „keine Fahrzeugengpässe“ bekannt.

Zugausfälle beim Main-Neckar-Ried-Express 

Pendler beklagen immer wieder Ausfälle und gekürzte Züge. Allerdings treten solche Probleme nach einer sehr harten Anlaufzeit Anfang 2018 nun seltener auf. Einige Komfortmängel wie zu laute automatische Ansagen wurden behoben. Die Klimaanlagen bewähren sich in heißen Sommertagen sogar wie in kaum einem anderen Zugtyp.

Als Auftragnehmerin hatte die Deutsche Bahn seit Ende 2017 die 24 doppelstöckigen Triebzüge des Typs Twindexx Vario vom kanadischen Hersteller Bombardier gekauft; 17 mit vier Wagen, sieben mit drei Wagen. Zwei Zugteile lassen sich im laufenden Betrieb kuppeln und trennen, so dass zwischen 270 und 806 Fahrgäste Platz finden.

Zum Netz gehören neben der RE-Linie 60 auch die stündlichen Regionalbahnen 67/68, die ebenfalls entlang der Bergstraße verlaufen, und der stündliche Regionalexpress der Linie 70, die Frankfurt und Mannheim über Groß-Gerau und Biblis auf der Riedbahn verbindet. Der Verkehrsvertrag mit der Deutschen Bahn gilt bis ins Jahr 2032.

Main-Neckar-Ried-Express bindet Schwetzingen ein

Ganz im Süden wird es im Dezember eine weitere Neuerung geben – in Neu-Edingen/Friedrichsfeld, wo sich seit einigen Monaten die Regionalbahnen 67 und 68 trennen und vereinen. In südlicher Richtung rollt ein Teil weiter wie bisher über Heidelberg nach Wiesloch/Walldorf. Die andere Hälfte fährt von Mitte Dezember an stündlich wechselnd nach Mannheim oder Schwetzingen im Rhein-Neckar-Kreis.

Schon mit dem Start des Verkehrsvertrags vor knapp zwei Jahren waren mehr Züge auf die Schienen gekommen. Verbindungen entstanden spät abends, an Wochenenden und vor Feiertagen nachts sowie sonntags.

Die RE60-Ausweitung im Detail

An Werktagen fährt vom Fahrplanwechsel Mitte Dezember an der erste RE60 ab Mannheim um 6.04 Uhr, ab Frankfurt um 5.34 Uhr. Der letzte RE60 startet in Mannheim um 20.20 Uhr, in Frankfurt um 20.34 Uhr.

An Wochenenden ist der erste RE60 künftig ab Mannheim um 8.20 Uhr unterwegs, ab Frankfurt um 8.34 Uhr. Der letzte RE60 macht sich in Mannheim spät um 22.20 Uhr auf den Weg, in Frankfurt um 22.34 Uhr.

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