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Der Zoll im Einsatz.

Hessen

Reichsbürger: Zoll ermittelt wegen Schwarzarbeit

Die Sonderkommission „Pluto“ des Zolls ermittelt wegen Schwarzarbeit.

Mit einem Großaufgebot hat der Zoll am Donnerstag fünf Objekte im Rhein-Main-Gebiet und Bayern wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit in der Sicherheitsbranche durchsucht. Rund 100 Beamte durchkämmten ab sechs Uhr morgens Geschäftsräume in Frankfurt und Hattersheim sowie Wohngebäude in Flörsheim und im bayerischen Schweinfurt. Da der Tatverdächtige aus Flörsheim Kontakte zur Reichsbürgerszene haben soll, rückte der Zoll dort mit einem Spezialeinsatzkommando an. Elf Experten für Steuerstrafsachen, die bei der Razzia ebenfalls dabei waren, stellten kistenweise Beweismaterial sicher, das nun ausgewertet werden soll.

Die Ermittlungen in dem Verfahren laufen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt bereits seit März 2016. Das Hauptzollamt Frankfurt gründete wegen der Größe des Verfahrens eine eigene Sonderkommission. Weil sich auf dem Gelände des Tatverdächtigen in Flörsheim mehrere scharfe Hunde befanden, die teilweise in großen Hundeboxen untergebracht waren, erhielt die Soko den Namen „Pluto“.

Als die Razzia in dem Verfahren näherrückte, gab die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll eine Gefährdungsanalyse für die zu durchkämmenden Objekte in Auftrag. Dies sei ein routinemäßiger Vorgang, sagte der Sprecher der Soko Pluto, Heinz-Michael Horst der FR. Die Gebäude müssten sicher sein, bevor die Spezialisten der Finanzkontrolle sie betreten.

Bei der Gefährdungsanalyse habe sich ergeben, dass der Flörsheimer nicht nur Hundehalter ist, sondern laut Horst auch „eine aktenkundige Verbindung zur Reichsbürgerszene“ hat. Bei ihm sei neben Festplatten und Unterlagen auch ein gefährlicher Gegenstand sichergestellt worden. Weitere Angaben zu den Tatverdächtigen machten Hauptzollamt und Staatsanwaltschaft am Donnerstag nicht. Auch zur Anzahl der Tatverdächtigen machen die Ermittlungsbehörden keine Angaben.

Die Durchsuchungen der fünf Objekte und die Vernehmung von Tatverdächtigen und Zeugen dauerten nach Angaben des Zolls bis zum späten Nachmittag.

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