Rassismus

Rassistische Gewalt in Hessen im Blick

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Opfer können sich online bei „Response“ melden. Die Organisation will „das ganze Ausmaß“ zeigen. So funktioniert die neue Meldestelle:

Wer rassistisch beleidigt oder angegriffen wird, kann solche Vorfälle ab sofort ganz leicht über eine unabhängige Organisation melden. Das gilt auch für antisemitische Übergriffe. Die Beratungsstelle „Response“, die in Frankfurt bei der Bildungsstätte Anne Frank angesiedelt ist, hat am Montag ein Online-Meldesystem unter dem Motto „Hessen schaut hin“ vorgestellt. Es funktioniert kostenlos und kann auch anonym genutzt werden.

Die Initiatoren raten Betroffenen und Zeugen dazu, außerdem die Polizei einzuschalten. Die Meldestelle ersetze keinesfalls die strafrechtliche Verfolgung durch die Behörden.

Die Internet-Plattform bietet die Möglichkeit, in verschiedenen Sprachen Vorfälle zu melden – etwa für Menschen, die beleidigt, bedrängt oder geschlagen wurden, deren private Daten im Internet verbreitet wurden oder die „Racial Profiling“ erlebt haben. Beim „Racial Profiling“ werden Menschen, die anders als die Mehrheit aussehen, gezielt kontrolliert. „Rassistische Anfeindungen und Übergriffe sind kein Problem Einzelner, sondern für viele Hessinnen und Hessen Alltag“, erläuterte Response-Leiterin Olivia Sarma. Nur ein Bruchteil dieser Vorfälle werde öffentlich bekannt oder fließe in die polizeiliche Kriminalstatistik ein.

„Dem wollen wir etwas entgegensetzen und mit der Meldestelle dazu beitragen, das ganze Ausmaß rechter und rassistischer Gewalt in Hessen sichtbar zu machen“, fügte Sarma hinzu. In der Beratungsarbeit nehme „Response“ wahr, dass die Vorfälle in Hessen in den vergangenen Jahren „immer gewaltvoller“ geworden seien. „Betroffene erleben alltägliche Beleidigungen, Anfeindungen, Bedrohungen, verbale und körperliche Angriffe und psychische Gewalt“, sagte Sarma. „Insbesondere dann, wenn diese Erfahrungen angezweifelt oder bagatellisiert und Rassismuserfahrungen abgesprochen werden, kann das Sicherheitsgefühl dieser Menschen stark ins Wanken geraten.“

www.hessenschauthin.de

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