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In Offenbach sind noch Büroflächen verfügbar, der Leerstand hat zugenommen.

Offenbach

Rasanter Anstieg bei Büromieten

  • Agnes Schönberger
    vonAgnes Schönberger
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Der Flächenreport 2020 für die Stadt Offenbach ist erschienen. Begehrte Standorte sind der Kaiserlei und der Hafen.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie Mitte März gibt es auch in Offenbach auf dem Büroflächenmarkt kaum noch Bewegung. Die Zahl der Anfragen sei zwar weiter hoch, sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) jüngst bei der Vorstellung des Flächenreports 2020, der einen Überblick über das Marktgeschehen von Oktober 2019 bis Ende September dieses Jahres bietet.

Dass er dennoch keine Abschlüsse präsentieren konnte, führte der OB und Wirtschaftsdezernent auf die abwartende Haltung der Unternehmen im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Pandemie zurück. Manche Firmenchefs wollten auf den Trend zum Homeoffice reagieren und Büroflächen verkleinern.

Büroflächen

In Offenbach (Stand 30.9.2020) gibt es 1,3 Millionen Quadratmeter Büroflächen, im fünfmal größeren Frankfurt (Stand 31.12.2019) sind es rund 11,4 Millionen Quadratmeter. In Offenbach stieg die Leerstandsquote aktuell auf 8,76 Prozent, in Frankfurt sank sie zur Jahreswende laut IHK auf 6,5 Prozent.

Begehrte Lagen sind in Offenbach der Kaiserlei und der Hafen. Dort werden Spitzenmietpreise von 22,50 Euro je Quadratmeter im Monat erzielt, ein Plus von sechs Euro gegenüber dem Vorjahr. In der Innenstadt reicht die Bandbreite von 4,50 bis 21 Euro je Quadratmeter, ein Plus von drei Euro.

Die höchsten Mieten in Frankfurt erreichen im Bankenviertel und in der Innenstadt Werte von 44 und 38 Euro je Quadratmeter, in Gateway Gardens am Flughafen und im Lyoner Quartier (Niederrad) sind es 29 und 16,50 Euro. ags

Andere überlegten, selbst bei einem Stellenabbau die Fläche nicht zu reduzieren, weil es künftig nötig sein könnte, in Büros wieder mehr Abstand zu halten und Einzelbüros einzurichten. Wohin die Entwicklung gehe, sei offen, sagte Schwenke. Trotz der Corona-Krise sieht er Offenbach auf einem guten Weg. Seine Gespräche mit Vorständen zeigten, „dass wir eine ernsthafte Option sind“.

Dass Offenbacher Büroflächen gefragt sind, beweisen nach seinen Worten auch die steigenden Mietpreise. Bis zu 22,50 Euro je Quadratmeter würden in den Toplagen Kaiserlei und Hafen gezahlt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um sechs Euro. Auch in der Innenstadt und in Rumpenheim-Bürgel gab es einen Preissprung um drei Euro.

Als Treiber dieser Entwicklung macht die Stadt dabei nicht nur Neubauten aus. Auch Modernisierungen von Bestandsflächen trügen zur Attraktivität und einem höheren Preisniveau bei. Wer etwas Günstiges sucht, wird sogar in begehrten Lagen fündig. Am Kaiserlei beginnen die Mieten bei 8,50 Euro je Quadratmeter, am Hafen schon bei 4,50 Euro.

Nicht so erfreulich ist aus Sicht der Stadt, dass die Leerstandsquote auf dem Büroflächenmarkt um 1,6 Punkte auf 8,8 Prozent gestiegen ist. 112 693 Quadratmeter Büroflächen sind derzeit verfügbar. Als Grund für den Anstieg sei vor allem der Wegzug von Siemens aus dem Kaiserlei zu nennen, sagte Schwenke.

Auch der Bestand verfügbarer Ladenflächen ist im Vergleich zu 2019 um über 60 Prozent auf 8934 Quadratmeter gestiegen. Laut Oberbürgermeister betrifft dies nicht primär die Innenstadt. Vielmehr seien es neben dem ehemaligen Standort eines Handwerkermarktes an der Mühlheimer Straße vor allem Neubauflächen im Hafen und im Nordend, die zu dem größeren Angebot geführt hätten.

Zufrieden zeigte er sich darüber, dass trotz Corona das Rathaus-Plaza „am Markt angekommen ist“. Viele Flächen seien vermietet. Das Einkaufszentrum Komm befinde sich aber in einer schwierigen Phase, auch weil viele Mietverträge ausliefen.

Neue Hochhäuser denkbar

Der Flächenreport weist für Lager- und Produktionsflächen erneut einen starken Rückgang des Leerstands auf jetzt knapp 28 000 Quadratmeter auf. Unter anderem wurde für die ehemalige Kappus-Seifenfabrik mit einer Getränkespedition ein neuer Nutzer gefunden.

Große Hoffnungen setzt der OB in die Entwicklung des ehemaligen Clariant-Geländes. Mit der Übernahme des 35 Hektar großen Areals durch die stadteigene Inno-Innovationscampus Offenbach GmbH habe man die Entwicklung zu einem modernen Gewerbegebiet selbst in der Hand.

Eine Weichenstellung steht am heutigen Donnerstag an, wenn in der Stadtverordnetenversammlung der Bebauungsplan für den alten Güterbahnhof auf der Tagesordnung steht. Der Projektentwickler Aurelis Real Estate hat auf dem zehn Hektar großen Areal ein urbanes Gebiet vorgesehen. Es soll dort eine Verbindung von Wohnen und kleinteiligem Gewerbe entstehen. Der Rückbau des Kaiserleikreisels schafft weitere Flächenpotenziale für bis zu 110 Meter hohe Bürohochhäuser.

Der Flächenreport ist abrufbar unter www.offenbach.de/wirtschaft.

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