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Viele Mitschülerinnen und Mitschüler des Getöteten beteiligten sich an der Gegendemo.
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Viele Mitschülerinnen und Mitschüler des Getöteten beteiligten sich an der Gegendemo.

Ranstadt

Gegendemo wird zum Signal für Vielfalt

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Nach der tödlichen Messerattacke setzen in Ranstadt 200 trauernde Menschen ein Zeichen für Vielfalt und Demokratie. Die geplante NPD-„Mahnwache“ hingegen fällt aus.

Obwohl die NPD am Dienstag kurzfristig in den sozialen Netzwerken ihre angekündigte „Mahnwache“ für den vergangene Woche erstochenen 18 Jahre alten Schüler abgesagt hatte, sind mehr als 200 Menschen einem Aufruf zur Gegenveranstaltung gefolgt. Sie geriet am frühen Dienstagabend aber eher zu einer Trauerkundgebung für das Opfer, allerdings auch zu einem Signal gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und für Demokratie, Vielfalt und Toleranz. Mitschüler:innen, Angehörige und Freunde des Opfers, Bürgermeister:innen, Vertreter:innen von Kirchengemeinden, Parteien und andere haben sich vor dem Rathaus in Ranstadt versammelt.

Die NPD hatte ihre „Mahnwache“ unter dem Motto „Migration tötet: Messerstecher konsequent abschieben“ angemeldet. Sie war zunächst vom Wetteraukreis wegen der Sorge um Sicherheit und Ordnung verboten worden. Begründung: Es seien Plakate, Transparente und Reden zu erwarten, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllten.

Auf einen Eilantrag der NPD hin hatte das Verwaltungsgericht Gießen das Verbot dann aufgehoben, allerdings unter Auflagen für die Partei. Die Rechten hätten zwar gedurft, aber nur mit höchstens 15 Teilnehmer:innen. Dann ließen sie sich nicht blicken.

Damit hat sich laut Andreas Balser, Vorsitzender des Friedberger Vereins Antifaschistische Bildungsinitiative, ein breites Bündnis erfolgreich dem Versuch der NPD entgegengestellt, den tödlichen Angriff für ihre rassistischen, fremden- und menschenfeindlichen Zwecke zu instrumentalisieren und zum Wahlkampfthema zu machen. „Es ist gut, dass die deutliche Mehrheit der Zivilgesellschaft diesen Versuchen ein Zeichen der Mitmenschlichkeit und Solidarität entgegengesetzt hat.“ Obwohl das Gericht die sogenannte Mahnwache erlaubt hätte, habe die NPD, durch den Demoaufruf den Gegenwind spürend, kurzfristig abgesagt. „Ranstadt sind somit die üblichen fünf NPD-Kader mit ihren dumpfen Wahlkampfparolen erspart geblieben“, sagt Balser.

Er merkt zudem an, dass die NPDler wieder mal falsch gelegen und wohl mehr oder weniger selbst bemerkt hätten, dass das Motto ihrer „Mahnwache“ gar nicht hinhaut: Täter und Opfer haben beide einen Migrationshintergrund und sind Deutsche. Deshalb der Rückzieher, mutmaßt Antifaschist Balser. „Hoffen wir, dass die NPD bei der Kommunalwahl aus den letzten Parlamenten fliegt, und dass den Menschen Aktionen dieser antidemokratischen Partei künftig erspart bleiben.“

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