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23 Eichhörnchen-Babys päppelt Tanja Schäfer derzeit auf. privat
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23 Eichhörnchen-Babys päppelt Tanja Schäfer derzeit auf. privat

Rhein-Main

Rätselhaftes Eichhörnchen-Sterben in Rhein-Main

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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In der Rhein-Main-Region verenden immer mehr Eichhörnchen nach Apathie und Krämpfen. Die Wildtierhilfe Schäfer in Offenbach schlägt Alarm.

Die in Offenbach ansässige Wildtierhilfe Schäfer schlägt Alarm: In letzter Zeit werden immer mehr tote Eichhörnchen gemeldet. Tanja Schäfer und ihre Tochter Tamara Gruhn sprechen von einem „mysteriösen Eichhörnchensterben“. Die toten Tiere werden jetzt obduziert, um die Todesursache zu klären.

Am Mittwoch seien in einem Frankfurter Stadtteil gleich drei tote erwachsene Tiere gefunden worden, sagt Tanja Schäfer. Die Finderin rief in ihrer Not bei der Wildtierhilfe an. Dort wurde sie gebeten, die Tiere zum Veterinäramt Frankfurt zu bringen, das diese zur Obduktion weiterschickte. Bereits Ende letzten Jahres habe ihre Wildtierhilfe ein Eichhörnchen angeliefert bekommen, das dieselbe Symptomatik aufwies wie die drei Frankfurter Tiere: „Das Eichhörnchen sitzt nur noch apathisch da, hat keinen Fluchtreflex mehr, reagiert nicht mehr auf die Umwelt, fängt an zu krampfen und stirbt.“

Wildtierhilfe

Die Wildtierhilfe Schäfer e.V. war in Dreieich beheimatet und ist im vorigen Sommer nach Offenbach in den Waldzoo, Waldstraße 275, gezogen.

Pro Jahr pflegt Tanja Schäfer mit ihrer Tochter rund 2000 Wildtiere. Aktuell päppelt sie 23 Eichhörnchen, vier Igel, fünf Feldhasen, sieben Tauben, drei Nutrias und zwei Amseln auf.

Ihre Hilfe erfolgt ehrenamtlich, der Verein erhält keine Zuschüsse, ist auf Sponsoren angewiesen.

Wer sie unterstützen will, findet auf www.wildtierhilfe-schaefer.de die Rubrik „Helfen und spenden“ sowie auf der Facebook-Seite einen Spenden-Button. ann

Vor den Augen des Finders sei das Eichhörnchen Ende letzten Jahres plötzlich vom Baum gefallen, nachdem es dort wie im Schockzustand gesessen hatte, sagt Schäfer. Es sei noch lebend in ihre Station gebracht worden, wo es dann aber verstorben sei. „Das Tier kam aus dem apathischen Zustand – wie eine Art Narkolepsie – nicht mehr raus.“ Sie habe das Tier zur Obduktion an die Uni Gießen geschickt. „Wir hatten den Verdacht, dass es einen Giftköder gefressen hatte, aber das wurde dort ausgeschlossen“, sagt sie.

Seitdem seien ihr immer wieder Totfunde gemeldet worden, und auch bei Wildtierstationen in anderen Bundesländern traten solche Fälle auf. Als am Mittwoch die drei toten Eichhörnchen in Frankfurt auftauchten, machte Tanja Schäfer das Thema in den sozialen Medien öffentlich. Allein bis Donnerstagnachmittag wurden ihr daraufhin zehn Totfunde gemeldet – wenn auch deutschlandweit.

Wo genau in Frankfurt die drei toten Eichhörnchen aufgefunden wurden, will Tanja Schäfer nicht verraten. „Manche Leute reagieren panisch und haben Angst, dass die Krankheit auf den Menschen übertragbar ist.“ Die Eichhörnchen hätten gerade Nachwuchs und bräuchten Ruhe, sagt sie. „Möglicherweise zerstören diese Menschen dann die Kobel, weil sie die Tiere nicht bei sich haben wollen.“ 

„Eichhörnchen sind Kulturfolger, treten deshalb in Ballungsgebieten auf. Damit können sich Krankheiten aber auch schneller verbreiten“, sagt Schäfer. Untersuchungen auf klassische Viren seien bei den toten Tieren bereits ohne Befund erfolgt, jetzt widme man sich der Analyse von Bakterien und weiteren Viren. Klar sei aber, „dass es nichts ist, was für uns Menschen gefährlich werden kann“. Schäfer schließt auch den Pockenvirus, der Grauhörnchen in England befallen hat, komplett aus. „Wir haben in Deutschland keine Grauhörnchen, sondern nur europäische Eichhörnchen, die rot, braun, beige und schwarz sein können.“

Die Wildtierhilfe hat am Donnerstag auf ihrer Homepage die neue Rubrik „Totfunde“ kreiert, auf der die Bürger und Bürgerinnen tote Wildtiere mit Bildern melden können. Wer das Stationsleben erleben will, hat auf der Facebookseite der Wildtierhilfe Gelegenheit dazu. Dort stellt Tanja Schäfer jeden Abend live ihre jungen Patient:innen vor.

Die Babys werden 16 Wochen lang bei der Wildtierhilfe groß gezogen und dann ausgewildert. privat

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