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Immer noch Nachholbedarf: Radfahren soll gleichberechtigter Teil des Verkehrs sein.	Andreas Arnold
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Immer noch Nachholbedarf: Radfahren soll gleichberechtigter Teil des Verkehrs sein. Andreas Arnold

Regionaltangente

Radwege neben den Schienen

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Die Fahrradlobby fordert, entlang der geplanten Regionaltangente auch die Fußgänger und Radfahrer einzuplanen.

Die Schienenverbindung Regionaltangente West (RTW) soll Frankfurt im Westen umfahren – an Radstrecken entlang der Gleise haben die Planer nicht gedacht, kritisiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Hessen. „Es gab eine entsprechende Planung für Rad- und Fußwege, aber die ist wieder in der Schublade verschwunden, weil es billiger war“, sagte Bertram Giebeler, der verkehrspolitische Sprecher des ADFC in Frankfurt.

In einem neuen Konzept mit dem Titel „Regionaltangente West plus – eine Chance für den Radverkehr im Rhein-Main-Gebiet“ fordert der ADFC Hessen, dass beim Bau der RTW auch die Interessen von Radfahrern und Fußgängern berücksichtigt werden sollten. Die zentrale Forderung lautet, Radrouten parallel zur RTW-Strecke zu errichten. 

So könnten Pendler auf dem Rad schneller und einfacher zur Arbeit fahren, etwa in die Industriegebiete Höchst, Eschborn, Rödelheim, Praunheim, in die Bürostadt Niederrad oder ins Main-Taunus-Zentrum. Bisher zerteilten Schnellstraßen die Landschaft und machten Radfahrern das Leben schwer.

Die RTW-Planungsgesellschaft müsse schon in der Planungsphase die neuen Brücken und Unterführungen auch für Radfahrer und Fußgänger passierbar machen, heißt es im Konzept. Auf den sogenannten Versorgungswegen entlang der Strecke sollten Radfahrer und Fußgänger sicher unterwegs sein können. Die Versorgungswege sind dazu da, dass Mitarbeiter zur Strecke fahren können, um die Infrastruktur zu warten.

Besonders kritische Punkte wie die Brücke über die Autobahnen A5 und A66, die Querung der Sossenheimer Landstraße oder der Umbau des Leunaknotens in Höchst müssten mit Rad- und Gehwegen ausgestattet werden. „Wenn das nicht getan wird, vergeben wir eine Riesenchance“, sagte Giebeler. Es sei viel teurer, Rad- und Fußwege nachträglich an der vorhandenen Strecke zu errichten, statt sie gleich mitzuplanen.

Das Konzept sieht vor, dass die neuen Bahn-Stationen nach Bike + Ride-Kriterien auch überdachte Abstellanlagen und Bügel für Räder bekommen sollen. Die neuen RTW-Fahrzeuge sollten zusätzlichen Platz für Fahrräder im Innenraum haben – mehr als die acht Plätze, die es bislang in den Multifunktionsbereichen der S-Bahnen gibt. Das Konzept wollen die RTW-Planungsgesellschaft und der ADFC in der kommenden Woche besprechen.

„Darüber kann man reden“, sagte Horst Amann, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, der die Vorschläge begrüßte.  Er wies darauf hin, dass die RTW dort, wo sie Rad- und Fußwege kappe, für „adäquaten Ersatz“ sorge.

Zu klären sei, ob die RWT-Planungsgesellschaft solche Geh- und Radwege „vor dem planungsrechtlichen Hintergrund“ überhaupt planen dürfe - und wer das bezahlen soll.

Schon jetzt seien die geschätzten Kosten auf 400 bis 450 Millionen Euro gestiegen. Die zehn Gesellschafter der RTW, darunter das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und die anliegenden Städte und Kreise, müssten den Auftrag erteilen.

Laut ADFC wären die Radwege eine gute Möglichkeit, jene „überörtlichen Fahrradrouten“ zu bauen, die der regionale Flächennutzungsplan von 2010 vorsieht - bislang gebe es sie nicht.

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