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Der Kreisel in der Georg-Wehsarg-Straße in Egelsbach ist im Entstehen – und muss schon nachgebessert werden.
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Der Kreisel in der Georg-Wehsarg-Straße in Egelsbach ist im Entstehen – und muss schon nachgebessert werden.

Fehlplanung

Radschnellweg-Kreisel in Egelsbach ist zu klein

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Der Kreisel des Radschnellwegs in der Georg-Wehsarg-Straße in Egelsbach sollte auch als Wendeschleife für Busse dienen. Er ist aber zu eng geplant.

Ein Kreisel des Radschnellwegs, der 2023 von Darmstadt durch den Kreis Offenbach nach Frankfurt führen soll, ist in Egelsbach zu eng geplant worden. Die Bürger und Bürgerinnen sprechen von einem Schildbürgerstreich; sie hatten schon vor Wochen in den sozialen Medien darüber spekuliert. Bürgermeister Tobias Wilbrand (Grüne) gibt unumwunden zu, da sei „was schief gelaufen“. Der Kreisel hat den Grundasphalt schon erhalten, jetzt muss nachgebessert werden. Das Teilstück des Radschnellwegs soll trotzdem wie geplant am 30. Oktober eröffnet werden.

Radschnellweg-Kreisel: Schuldiger für Planungsfehler noch nicht ermittelt

Der Kreisel an der Kreuzung der Georg-Wehsarg-Straße mit der Straße Brückengärten ist zu klein dimensioniert. Er soll nämlich nicht nur von Radfahrern und Autofahrern befahren werden, sondern auch als Wendeschleife für den Stadtbus von Langen nach Egelsbach dienen. Wilbrand erklärt, der Bus sei an der Kreuzung immer eine Schleife über den Wirtschaftsweg gefahren, der jetzt zum Radschnellweg ausgebaut werden soll.

Er selbst habe den Kreisel während der Planungsphase infrage gestellt, habe sich aber wegen des zusätzlichen Nutzens für die Buslinienführung überzeugen lassen. Das rechtfertige auch die Investitionskosten von 125 000 Euro, von denen 80 Prozent das Land trägt; 20 Prozent bleiben an der Gemeinde Egelsbach hängen. „Warum die Wendemöglichkeit für den Busverkehr dann nicht berücksichtigt wurde, versuchen wir jetzt zu klären“, sagt der Bürgermeister. Aktuell genieße aber die Lösung des Problems Priorität und nicht die Schuldzuweisung.

Bei der Gemeinde fehlten wichtige Mitarbeiter

Die Umsetzung des Radschnellwegs liegt in den Händen der Regionalparkgesellschaft RheinMain Südwest – und deren Geschäftsführer Manfred Ockel erklärt im Gespräch mit der FR, er habe nichts von der vorgesehenen Bus-Wendemöglichkeit gewusst, sei jetzt von Wilbrand darauf hingewiesen worden. Die Stadtwerke Langen, die in Egelsbach für den ÖPNV zuständig sind, hätten sich nach den Spekulationen in den sozialen Medien bei ihm gemeldet, sagt Wilbrand. Er habe daraufhin den Kreisel überprüfen lassen – und so fiel das Malheur auf.

Der Rathauschef sieht vor allem den von der Regionalparkgesellschaft beauftragten externen Planer in der Verantwortung. Die Gemeinde Egelsbach habe frühzeitig darauf hingewiesen, dass die Wendemöglichkeit für den Bus von essenzieller Bedeutung sei. Der Zufall wollte es, dass in der Egelsbacher Gemeindeverwaltung zu jener Zeit die Fachbereichsleitung und die Fachdienstleitung vakant waren. Deshalb sei mit der weiteren Prüfung lediglich der eigentlich fachfremde Fachdienst Ortsentwicklung beauftragt worden. Hier sei der zu kleine Durchmesser aber nicht aufgefallen. „Keiner hat dem Planer eine entsprechende Rückmeldung gegeben“, so Wilbrand.

Sicherheitsaudit soll Lösung für Egelsbacher Kreisel bringen

Das Ergebnis: Der Minikreisel ist zu klein für den Stadtbus, der dort bisher an 300 Betriebstagen zweimal pro Stunde oder 28 Mal pro Tag wendete. Wie es jetzt weiter geht, wird laut Ockel die Uni Darmstadt in einem Sicherheitsaudit prüfen, zusammen mit Hessen Mobil und dem Bürgermeister. „Wir werden eine Möglichkeit finden, damit der Bus dort wenden kann“, sagt er.

Am Grundkreisel werde sich nichts ändern. „In den nächsten Tagen wird die Fahrbahn auf vier Meter Breite geteert“, so Ockel. Für die Fußgänger gibt es am Rand des Kreisels einen 2,50 Meter breiten Gehsteig, der gepflastert werden soll. Eventuell sei es machbar, den Gehweg an zwei Stellen zu verengen, damit die Fahrbahn und damit der Bus mehr Platz hat. Oder der Bus könne über den Gehweg fahren.

Nach den Eröffnungsfeierlichkeiten, die am 30. Oktober mit einem Fest in der Langener Südgemarkung stattfinden, ist der Radschnellweg bis kurz vor dem Langener Bahnhof freigegeben. Die 70 Meter lange Holzbrücke über den Bach zwischen dem verbreiterten Leukertsweg und der Goethestraße in Langen kann laut Ockel aber noch nicht fertiggestellt werden, da das Material für den rutschfesten Belag nicht rechtzeitig angeliefert werden kann. „Es wird noch zwei bis drei Wochen dauern, bis die Brücke fertig ist“, so Ockel.

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