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In der Immanuel-Kant-Straße würden Parkplätze wegfallen. Anwohner wehren sich.
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In der Immanuel-Kant-Straße würden Parkplätze wegfallen. Anwohner wehren sich.

Radweg

Dreieich prüft alternative Streckenführung

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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In der aktuellen Planung gibt es laut Regionalpark GmbH auf dem Abschnitt durch Dreieich zu viele Kreuzungen und zu wenig Platz.

Zickzack durch Wohngebiete: Der Radschnellweg Frankfurt - Darmstadt soll, so sehen es die Planungen vor, im Teilabschnitt Dreieich innerstädtisch durch den Stadtteil Sprendlingen laufen. Eine 5,2 Kilometer lange Route, die die Stadtverordneten im Februar 2018 so beschlossen haben, die jedoch immer mehr Gegner findet. Nun sieht auch die Regionalpark RheinMain Südwest GmbH, die die Projektorganisation des Radschnellwegs innehat, die geplante Trassenführung durch Dreieich als problematisch an. Deshalb wurde dem Planungsbüro der Auftrag erteilt, eine Alternativroute zu suchen.

Manfred Ockel, Geschäftsführer der Regionalpark RheinMain Südwest GmbH, sieht es als heikel an, dass die Radfahrer und Radfahrerinnen auf der bisher geplanten Innerortsroute 15 Knotenpunkte passieren müssen. Dort, wo Wienand-, Eisenbahn- und Theodor-Heuss-Straße aufeinander treffen, sei außerdem ein fünfarmiger Kreisverkehr erforderlich. „Schwer begreifbar, schwer erkennbar“, meint er. Einige Straßen wie etwa der Tannenweg oder die Immanuel-Kant-Straße seien außerdem zu schmal, um sie ausbauen zu können. Dort müssten Längs-Parkplätze und zum Teil auch Gehwege weichen.

Radschnellweg

Der Radschnellweg wird gut 12,4 Millionen Euro kosten. Er führt durchgehend beleuchtet vom Holbeinsteg in Frankfurt über Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach und Erzhausen bis nach Darmstadt.

Der Streckenabschnitt von Wixhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) bis Egelsbach ist als Überlandstrecke bereits 2019 fertig gestellt worden. Der Abschnitt von Egelsbach bis zum Bahnhof Langen soll im kommenden Frühjahr begonnen werden.

In Dreieich und Neu-Isenburg sind die Vermessungsarbeiten abgeschlossen. Die Bauarbeiten in Dreieich werden abschnittsweise in 2022 starten, 2023 soll die Route fertig sein.

Die vielen Problemstellungen hätten ihn in Abstimmung mit Bürgermeister Martin Burlon (parteilos) nun dazu bewogen, eine alternative Streckenführung prüfen zu lassen, so Ockel. Das Planungsbüro solle sich auf die Suche machen. Danach werde eine Matrix erstellt, die die vorgesehene und die alternative Route mit Vor- und Nachteilen bewerte. Über eine geänderte Streckenführung müssen dann die Stadtverordneten und auch der Aufsichtsrat des Regionalparks erneut entscheiden. Ockel hält es auch für nötig, dass sowohl Anwohner:innen als auch der ADFC vorher ein Wörtchen mitreden. Außerdem solle man doch in den betroffenen Straßen Multiplikatoren finden, mit denen der Routenverlauf besprochen wird. Spätestens 2022 sollen die Bauarbeiten in Dreieich starten, so dass „noch genügend Zeit für Diskussion und weitere Planung bleibt.“

Die Gegner haben der jetzigen Zickzack-Trassenführung schon einen schmachvollen Namen gegeben: Sie sprechen von der „Sprendlinger Beule“. Es sei unklar, wie man jemals in den engen Wohngebieten entlang der „Beule“ die Standards eines Radschnellweges erreichen könne, meinen sie, und sehen eine gefährliche Durchmischung von Radfahrern, Fußgängern, spielenden Kindern, ruhendem und Anliegerverkehr. Der Radschnellweg gehöre an die Bahnstrecke Frankfurt-Darmstadt und nicht in Wohngebiete. Diese bahnnahe Trasse soll jedoch erst langfristig als Variante verfolgt werden.

Der Schnellweg sei nicht als eine Radautobahn zu verstehen, wendet sich Ockel an Magistrat und Stadtverordnete. Wenn die Trasse zu weit entfernt von den Kommunen sei – wie das bei der bahnnahen Variante der Fall sei – dann müssten weitere Zubringer gebaut werden, was wiederum weitere vermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft bedeute.

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